An alle lieben Nervtöter

Hallo liebe WCpapier-Nichtnachfüller, Lieblinspulli-Klauerin, Kaffemaschinenwasser-Ausschlürfer, Schlüssel-Verstecker und Akku-Entlader!

Gleich nach dem Aufstehen, zwang mich meine volle Blase auf die Toilette.
Oh Nein! Kein Wc- Papier mehr. Jegliche Gedanken schossen mir durch den Kopf. Wie komm ich bloss aus diesem Schlamassel wieder raus. Shit. Den Tränen nahe streckte ich hoffnungsvoll meine Hand zum seitlichen Schrank aus.Glück gehabt! Ich spülte und ging zum Kleiderschrank.
Heute muss es mein Lieblingspulli sein, dachte ich. Er half mir schon bei vielen schlechtelauner Tagen aus. Doch wo ist es nur? Nirgends zu finden. Energisch durchwühlte ich meinen Kleiderschrank und hinterließ ein riesen Chaos. Bestimmt war wieder meine Schwester an meinem Kleiderschrank. Na dann, reicht wohl mein zweitliebster Pulli.

Ich machte mich auf den Weg zur Kaffeemaschine. Ein wenig verschlafen drückte ich den grünen Knopf um meinen lang ersehnten Kaffee zu kriegen. Doch was war da los? Da kam kein frisch duftender Kaffee. Wasser leer! Was soll das eigentlich? Gestern Abend hatte ich schon einen leeren Wassertank, vorgestern Morgen konnte ich mir nur die Hälfte meiner Tasse füllen und heute kommt kein Tropfen Kaffee heraus.
Gestört in meiner Morgenruhe füllte ich die Kaffeemaschine mit Wasser. Ich trank meinen wohlverdienten Kaffee, der mich langsam wieder in bessere Stimmung brachte. Schnell packte ich meine Sachen zusammen und hetzte aus dem Haus. Wie immer ein wenig zu spät. Doch stopp! Wo ist mein verflixter Schlüssel? Schnell zurück. Gestern hatte ich ihn noch in meiner rechten Jackentasche. Verwirrt rannte ich umher, durchsuchte Hosentaschen, stülpte Säcke um und kramte in Schubladen.
Ganz ruhig! Versuchte ich mich zu beruhigen, holte tief Luft und begann nochmals in meiner Jackentasche zu suchen. Und da war er, mein vermisst geglaubter Schlüssel, versteckt in meiner linken Jackentasche.
Ein wenig verwirrt schloss ich die Tür hinter mir zu.

Die Schulstunde begann. Wie leider öfters, hastete ich zur letzten Minute ins Schulzimmer. Ruhig setzte ich mich auf meinen Stuhl und wollte einen Blick auf mein Handy werfen. Und tschüss, verabschiedete es sich. Kein Akku mehr. Nicht auch das noch. Gestern Abend hatte ich noch 30%. Prompt sah ich die Umrisse meiner Freundin vor mir, mit ihrem unmissverständlichen «Ich habs-dir-gesagt-Blick». Sie ist Diejenige, welche mich nicht erreicht, wenn ich wieder einmal zu faul war, mein Ladegerät zu holen, wenn ich schon in meiner kuscheligen Bettdecke eingewickelt war.
Aber alles halb so schlimm, dachte ich, ich habe ja mein Akkuladegerät dabei. Oder doch nicht. Egal. Heute gibt’s sicher nichts Wichtiges. Genervt wandte ich mich dem Unterricht zu.

Tagtäglich macht ihr mir das Leben schwer. Ihr seit, die eine Stufe, mit der man nicht mehr rechnet, an der man dann himmeltraurig hängenbleibt und dann jämmerlich auf den Boden knallt. Ihr fiesen Bösewichte. Lasst mich doch endlich in Ruhe!

Beste Grüsse
Das genervte Opfer

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