Brenn es dir selbst!

Alkohol ist Teil unserer Kultur. Man trinkt ihn zu gutem Essen, bei Zeremoniellen Anlässen oder ganz einfach zum Feiern. Wie das meiste andere kann man sich auch seinen Alkohol selber machen. Dies ist zwar recht aufwendig, macht aber Spass!

 

Die ganze Geschichte begann als ich im Zivildienst mit meinem Chef einen Diskurs führte, bei dem er mir erklärte, dass und wie er selber Cognac herstellte. Ich war fasziniert. Allerdings fand ich es schade dass er den Schnaps nicht selber brennen konnte. Er musste ihn in die Brennerei geben und dementsprechend Steuern bezahlen.

Ein halbes Jahr später ging ich mit meinem Vater in den OBI. Wir waren auf der suche nach Blumenerde als plötzlich etwas vor uns stand das unsere Chemikanten Herzen höher schlagen liess. In kupfernen Farbtönen glänzend und  schillernd stand sie da. Eine Kleinstdestillationsanlage zur Gewinnung von ätherischen Ölen. Ich glaube auch meinem Vater war auf Anhieb klar dass wir den OBI nicht ohne dieses Schmuckstück verlassen werden. Die einzige Frage war, was wir meiner Mutter erzählen. Gekauft haben wir sie dann doch.

Kleinst Destillationsanlage
Kleinst Destillationsanlage

Ätherische Öle sind sicher etwas Feines, aber eigentlich war da ein anderer Gedanken im Spiel, was man mit diesem Gerät machen könnte. Zuhause angekommen startete ich sofort das Maschinchen. Als erstes wollte ich den Alkohol aus einer Flasche altem Wein brennen die da noch so bei uns zuhause herumstand. Der Destillationsvorgang dauerte etwa vier Stunden. Dann hatte ich meinen ersten Weinbrand, also Brandy gemacht. Das Resultat waren etwa 2dl und schmeckten nicht besonders.

Doch glücklicherweise hatte ich noch genügend Rohmaterial zum üben. Als wir den Proberaum übernommen haben, hat der Vormieter etwa 200 Flaschen Wein dagelassen. Der Wein ist etwas alt und daher nicht mehr geniessbar. Aber zum Brennen eignet er sich noch gut. Also brenne ich ab und zu etwas Brandy. Dabei versuche ich immer mit verschiedenen Destillationstemperaturen und Aufheizgeschwindigkeiten meine Technik zu verbessern. Ich habe schon eine eigene Marke entworfen. Sie heisst Brandy-Baby! Und wer weiss, vielleicht werde ich auch irgendwann einmal auch ein ätherisches Öl isolieren.

Brandy-Baby!
Brandy-Baby!

2 Gedanken zu „Brenn es dir selbst!“

  1. Lieber Sebastian

    Obschon ich Alkohol nicht mag, finde ich deinen Beitrag sehr interessant. Es hat etwas besonderes seinen eigenen Hausschnaps zu haben und ist sehr kulturfördernd.

    Was mir allerdings unklar ist, wieso ist das Destillat eines ungeniessbaren Weines geniessbar? Ich kann mir das, mit meinen Grundschulkenntnissen der Chemie, nicht erklären.

    1. Hallo Remo,

      Ich freue mich das du trotz deiner fast totalitären Abstinenz, Interessen für die Kunst des Destillieren zeigst.

      Gerne erkläre ich die daher dass, ein destilat Ein Gemisch aus Stoffen ist, welche alle einen unterschiedlichen Siedepunkt haben, (Punkt bei welchem ein Flüssiger Stoff in den Gasförmigen Zustand Wechselt.) Ist es möglich, wenn man die Stoffe nacheinander verdampft, sie getränt zu kondensieren.
      Da Duftstoffe oder Reststoffe meist nicht den gleichen Siedepunkt haben wie Alkohol, kann man ihn aus dem alten Wein herausdestillieren.

      Prost!

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