CLEAN OUR WOODS – PROBLEMATIK

An rund 15’000 Orten in der Schweiz liegen grosse Mengen an Müll im Bodenvergraben. Geht davon eine Gefahr aus? 

Bild: https://bazonline.ch/basel/land/Mit-dem-Abfall-schnell-ueber-die-Grenze/story/16772905

Von leeren PET-Flaschen über volle Kehrichtsäcke bis zu verrosteten Fahrrädern und uralten Küchengeräten. All dies liegt sich in unseren Wäldern, weil wir es dort achtlos liegen gelassen oder absichtlich entsorgt haben. Besonders Grillstellen sehen nach nächtlichen Gelagen oft aus wie eine einzige Müllhalde. Aber auch Altlasten aus lange vergangenen Jahrzehnten machen unseren Wäldern heute zu schaffen.

Der Wald ist ein durchdachtes Ökosystem, welches in sich einwandfrei funktioniert. Menschliche Fremdstoffe sind in diesem System nicht vorgesehen. Simples Littering oder illegal abgestellte Küchengeräte können den Lichteinfall behindern welcher für den Systemerhalt im Wald zwingend notwendig ist, mal abgesehen von der Verletzungsgefahr die für Mensch und Tier entsteht. Das Versickern von chemischen Substanzen die sich im Schmutzwasser und in undichten Abfallsäcken befinden, kann für den Wald ebenfalls höchst schädliche Folgen mit sich ziehen. Dazu zählen die Veränderung der Bodenbeschaffenheit sowie die Funktion der Feinwurzeln und Pflanzen und das Sterben der Kleinstlebewesen und Destruenten welche für dieses System lebensnotwendig sind. Wenn die Durchwurzelung einmal geschädigt ist verliert der Waldboden dadurch seine Struktur und Stabilität und somit auch seine wertvolle Schutzfunktion für uns Menschen.

Der Wald ist für die Welt

  • Ein Lebensraum für etwa die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten
  • Das effizienteste Sauerstofflieferant und Klimaregulator
  • Ein Rohstofflager für Bau- und Heizmaterial
  • Es hält Wasser zurück, schütz vor Erosion, Erdrutschen und Hochwasser
  • Er ist ein Erholungsgebiet und Freizeitraum

Alte Deponien früher – Folgen

Suhl- Müll- Eine offizielle Deponie mitten im Thüringer Wald. – Bild: https://www.google.com/search?q=wald+schweiz+abfall&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjX1tu_8eTeAhWCFSwKHdgcBO8Q_AUIDigB&biw=1059&bih=608#imgrc=sVptEcXyZqh-EM:

Bis in den 70er Jahren waren Abfallgruben in der Schweiz völlig normal. Jahrzehntelang wurde Abfall und Kehricht in Deponien in den Wäldern gekippt. Sobald die Gruben voll waren, wurden sie mit einer Rekultivierungs- und Deckschicht zugeschüttet, was verursacht hat, dass jetzt tonnenweise Müll unter der Erde im Wald vergraben liegt. Die Unmengen an Kehricht die sich im Boden befinden sind also nicht erst seit gestern da, sondern bekanntlich schon etwa 50 Jahre. Dass brennbare Abfälle unbedacht im Wald deponiert worden sind war damals eben ganz normal. Man hat sich nicht weiter Gedanken darüber gemacht. Heute jedoch müssen wir uns mit den Konsequenzen auseinander setzen. Doch auch unsere Generation lebt leider noch zu einem grossen Teil mit dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“!

„Es war damals, auf dem Land, eine unserer Lieblingsbeschäftigungen an schulfreien Nachmittagen, in den Müllhalden im Wald rumzuturnen und ‘auf Schatzsuche’ nach noch Brauchbarem zu suchen, ein noch funktionierendes Kassettengerät oder andere technische Gegenstände waren jeweils das höchste der Gefühle, Geräte, die man sich damals nicht einfach so leisten konnte. Einmal im Monat wurde die ganze Deponie angezündet und in den Achtzigern dann endgültig zugedeckt. Unvorstellbar, heute…“  

Beni Fuchs, SRF Komments

Verschmutzung heute

Obwohl die Deponien dank Deckschichten immerhin oberflächlich verschwunden sind, hat trotzdem jeder Wald in der Schweiz noch einen relativ grossen Verschmutzungsgrad. Die stillgelegten Abfalldeponien und Ablagerungsorte sind heute in einem entsprechenden Kataster vom Zonenreglement verzeichnet, welches von Zeit zu Zeit vom Amt für Raum und Planung aktualisiert wird.  Dieses gibt Auskunft über die Belastungssituation an einem bestimmten Ort und die zu treffenden Massnahmen. Entsteht an einem der belasteten Punkte eine Baustelle an der beispielsweise ein Aushub gemacht werden soll, so muss dieser speziell entsorgt werden (Sonderabfall). Nur wenige Kantone haben diese „Brennpunkte“ bis zum heutigen Zeitpunkt genauer unter die Lupe genommen. Viele haben hier noch Nachholbedarf, da nur mit dem oberflächlichen Aufräumen der Wälder die Arbeit noch lange nicht getan ist.

Bildergalerie

Schamloses Entsorgen des privaten Kehrichts

Obschon es heute ein absolutes No-go ist, Abfall im Wald zu entsorgen, sind unsere Wälder dennoch wegen achtlosen Menschen von Littering betroffen. Fakt ist, dass in unseren Wäldern im Schnitt jede Woche etwa 940 Liter Abfall von Menschenhand angeschleppt wird. Die Giftstoffe die damit in den Boden freigesetzt werden schädigen unsere Wälder enorm.

Wer übernimmt die Kosten?

Wie dies gewisse Kantone bereits geplant haben, ist die wohl beste Lösung, diese Gruben zu sanieren und die Abfälle fachgerecht zu entsorgen. Leider ist auch diese Lösung nicht ganz unproblematisch für die Umwelt, da dafür eine grosse Anzahl von Bäumen vor Ort abgeholzt werden müsste. Ebenfalls zu bedenken ist, dass nach dem Aushub der Deponien eine Füllung derselben nötig ist, sowie eine gross angelegte Rekultivierung. Für solche Arbeiten werden schwere Baumaschinen benötigt, die dann wieder, wenn auch nur von kurzer Dauer, eine Belastung für den Wald darstellen. Trotzdem bleibt es die einzig vernünftige Lösung für dieses Problem. Eine solche Sanierung kostet natürlich einen ziemlichen Batzen Geld. Gemäss Altlasten-Verordnung müssen die Kosten vom Inhaber des Standortes übernommen werden, sprich, den Gemeinden. Aus diesem Grund sind viele Deponien bis heute unberührt, weil kaum eine Gemeindefreiwillig diesen Posten ins Jahresbudget aufnehmen möchte.

Top 5 Fundliste

Uhren und Schmuck im Wert von mehreren Hunderttausend Franken, nach Bijouterie-Raum in Sammaun, GR

Kiste voller Goldmünzen

Archäologischer Fund

Ganze Zimmereinrichtung

Eine Waschmaschine


Quellenverzeichnis

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3 Gedanken zu „CLEAN OUR WOODS – PROBLEMATIK“

  1. Clean our Woods!
    Ist ein toller Titel, weil er zugleich eine Aufforderung ist. Ich finde die Seite ist sehr Übersichtlich gestaltet. Die Zitate von den Menschen, welche mit hellgrauem Hintergrund versehen sind, unterstützen die Aussagen der Problematik gut und runden das Gesamtbild angenehm ab. Mir war nicht bewusst, dass es in den 70er Jahren völlig normal war so viel Müll in Abfallgruben in der Schweiz zu entsorgen. Die Fotoserie ist noch einmal eine gute bildliche Zusammenfassung von dem was im Text erzählt wird. Der Text ist spannen geschrieben und nimmt auch Bezug auf den Alltag, es wird auch heute noch viel Abfall im Wald entsorgt. Vielleicht hätte man noch irgend ein Aspekt dazu nehmen können, dass es noch ein wenig mehr umfangreicher ist. Dies ist jedoch Kritik auf hohem Niveau. Ich finde es ein sehr gelungener Artikel. Ich hoffe, dass es die Menschen einwenig wachrüttelt.

  2. Der Wald ist für die Welt. Ihr habt mit diesem Satz einen Nerv getroffen. Mir war schon vorher bewusst das der Müll in unseren Wälder eine wichtige und leider sehr unterschätzte Problematik ist und es ist traurig zu lesen wie es in den 70er war.
    Ich kann euch nur ein Kompliment machen wie ihr über das Thema geschrieben habt. Nicht nur habt ihr einen guten Wortschatzt und habt den Nagel auf dem Kopf getroffen sondern konntet meine Aufmerksamkiet spanne von Anfang an aufrecht erhalten. Gute Arbeit.

  3. Ihr habt in “Clean our Woods” ein gutes Thema gewählt. Die Problematik ist gut strukturiert und nachvollziehbar. Doch wir finden es schade, dass die Bilder, wie nicht in den Text integriert sind. Ihr macht aus diesem Artikel zwei Teile. Dennoch sind die Bilder von guter Qualität und visualisieren das Problem. Eure eigenen Lösungsansätze sind gut durchdacht und regen zum Mitmachen an.
    Grüsse von den Bodenständigen!

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