Das Machereignis

Am 8. November fand eine der monatlichen «Macherei-Jungs Sitzungen» statt. Wir besprachen unsere Traktanden welche Themen beinhalteten, die sich im letzten Monat angesammelt haben. Auf der von sauhandgeschriebenen Liste stand ganz zu unters das Wort «Machereignis»

Zuerst vielleicht einmal, was genau hat das Wort Macherei allein auf sich? Das Wort Macherei ist der Name eines Ateliers in Solothurn, in welchem sich drei Junge Künstler verschanzten und dort die Gelegenheit geniessen, sich auszutoben. Es ist nicht etwa ein «Rümli» wo rum gehangen und gechillt wird, nein, im Atelier Macherei wird gearbeitet, wird experimentiert, wird gemacht. Seit ungefähr zwei Jahren erledigen die drei Jungs Aufträge wie Wandmalereien, Plakatgestaltungen und auch Illustrative – Grafische Arbeiten.

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Die Macherei-Jungs

So weit so gut…

Nachdem wir bei unserer Sitzung natürlich noch die neusten Dummheiten, welche uns im 5min Takt von den eigentlichen Themen abhielten, austauschten, kamen wir schliesslich zum Gespräch, über das, was wir eigentlich schon im Juni 2014 hätten machen wollen. Nämlich nach langer, menschenleerer, den Boden glänzend und Kühlschrank strotzend mit Bier freien Zeit, eine Technogeladene Nacht im Atelier zu organisieren.

Gründe dazu hatten wir mehr als genügend:

  • Der wie schon erwähnte Juni, genauer der 9. Juni 2014 war der Tag an welchem das Atelier Macherei zum Verein wurde.
  • Im August 2014 wurde das Atelier drei Jahre alt.
  • Wir sind seit einiger Zeit im Besitz eines grösseren Kühlschranks
  • Wir sind nun im Besitz eines grossen «echten» Kaffekochers
  • Und zu guter Letzt wurde unser erstes Macherei-Gästebuch vollständig, Seite für Seite, mit Vernunft, Weisheit, Liebe und Penissen gefüllt.

Der Wille war da. Die Kasse stimmte. Die Zeit wäre vernünftigerweise nicht da gewesen aber egal, das Ding war gelaufen. Den 6. Dezember bestimmten wir als den Tag des Ereignisses, der Tag des «Machereignis».

Termin

Pähm! Die ziemlich sehr guten Bekannten (Aron & Elia), stimmten der Verpflichtung für die flotte Musik zu sorgen zu, so bauten wir für sie ein Spezialhäuschen, wo sie sich während der Nacht wohlig um Ihren Kabel- und Knopfsalat kümmern konnten. Wir verdichteten die Räumlichkeiten so gut wie möglich um anliegende Anwohner nicht wie ängstliches Wild aufzuschrecken, da das Anwohnerwild sich ein schlafendes und stilles Städtchen gewohnt ist.

Den grossen Raum, der uns normalerweise als Lager, Abstellplatz und Müllhalde dient, räumten wir komplett aus und dekorierten Wände und Decken mit allem Möglichen. Kurz, was wir nicht richtig versorgen konnten, montierten wir an die Decke oder bauten es in die Deko ein. Das Einrichten der Bar schlossen wir mit einem Biereinkauf im Denner ab.

Bier

6. Dezember – Es war so weit

Um 23:00 trafen die ersten Gäste ein. Eingeladen waren beinahe alle per «Du! Am 6. Dezember isch e Party ir Macherei!». Nachdem sich vorneweg die Meisten an der Bar aufhielten, fanden sich die Ersten tanzwilligen so um 00:30 im grossen Raum wieder, wo man genügend Platz hatte auch gewagte Tanzbewegungen auszuüben. Als um 03:00 die grob geschätzten dreitausend Personen genau dies noch versuchten, waren experimentelle Moves leider nicht mehr möglich. Es ging so weit, dass nur noch als Passanten getarnte Lichtschwertkämpfer die Eskalation in Schach halten konnten.

 

Dank diesen, sich heldenhaft einsetzenden Jedis, kam es lediglich zu einigen ungeschickten, aber vielen bekannten Stürzen einer gewissen jungen Frau… welche in Wahrheit um einiges grösser ist als sie scheint.

So verging ein sehr amüsanter Abend, voller Erfolge und nachträglicher Zufriedenheit.

Titelbild

Obwohl das Atelier im Herzen Solothurns am darauf folgendem, vernebelten Sonntag aussah wie eine Ruine aus Tschernobyl und nach drei Monate alter Kürbissuppe, angerührt mit versteinertem Bier, serviert mit nassem Hund roch, sind die Macherei-Jungs sehr sehr glücklich über den Anlass und sind froh das wirklich beinahe alles so über die Bühne ging wie wir uns das vorgestellt haben.

Abschlussbild
Der Morgen danach
Es wird nicht das letzte Machereignis gewesen sein.

Jan Merlin Pulfer

Ausbildung zum Hochbauzeichner, Besuch Gestalterischer Vorkurs - Schule für Gestaltung Biel, Gründung Atelier Macherei in Solothurn.

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