Frachthafen

Drecksschleudern – Unsere praktischsten Verkehrsmittel

Durch die Industrialisierung und die damit verbundenen Verbrennungsmotoren hat die Menschheit den Klimawandel gravierend beschleunigt.

Wir haben uns mit dem Thema Personenverkehr und Güterverkehr etwas näher beschäftigt, indem wir die beiden grössten Abgassünder etwas genauer unter die Lupe genommen haben: Die mit Abstand dreckigsten Fortbewegungsmittel unserer Zeit sind die Schiffe und Flugzeuge.

Der schmutzigste Riese auf dem Meer

Tagtäglich benutzen, tragen oder essen wir etwas, was über die Weltmeere, teilweise sogar mehrfach, verschifft wurde. Dies und die Ferien auf Kreuzfahrtschiffen sind ausschlaggebend für all die Schadstoffemissionen über den Weltmeeren und in der Luft. Alleine die 15 grössten Schiffe stossen pro Jahr so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos.  Die Schweizer Flotten, das sind 49 Schiffe, stossen pro Jahr 201’000 Tonnen Schadstoffe aus.

Schiffsemissionen und deren Auswirkungen

Schiffsemissionen bestehen aus Schadstoffen wie Schwefeloxide, Stickoxide, Kohlenstoffdioxid, Russpartikel und Feinstaub. Hinzu kommen noch Schwermetalle, Asche und Sedimente. Die Schifffahrt alleine ist für den Ausstoss von ca. einer Milliarde Tonnen Kohlendioxid verantwortlich, dies wiederum macht 3% der gesamten von Menschen verursachten CO2– Emissionen aus. Weiter verursacht die Schifffahrt mehr als einen Zehntel der globalen Stickoxid- und der Schwefeloxidemissionen mit der Tendenz, dass diese Anteile steigen werden.

Die Stickoxide werden bei den Verbrennungsvorgängen produziert. Diese Stickoxide wie auch die Schwefeloxide sind mitverantwortlich für die Bildung des bodennahen Ozons und dem sauren Regen. Wissenschaftler schätzen, dass bis 2100 die Versäuerung der Meere um 17% steigen wird. Dieser Prozess schreitet seit der Industrialisierung immer schneller voran. Bereits grosse Teile der Ostsee sind so gut wie tot und bieten keinen Lebensraum für Tiere mehr. Die Stickoxidemissionen tragen beträchtlich zur umweltschädlichen Überdüngung des Wassers bei.

Umstellung auf Schiffsdiesel

In einer in 2012 veröffentlichten Studie der amerikanischen Meeres- und Atmosphärenbehörde NOAA wird aufgezeigt, dass die Umstellung von Schweröl auf schwefelarmen Schiffsdiesel und eine geringere Fahrtgeschwindigkeit, die Emissionen deutlich reduziert hat ( Messobjekt war Margrethe Mærsk). Die Messungen ergaben, dass durch die Umstellung eine Verbesserung von 90% bei Schwefeldioxid und Feinstaub gemessen wurde. Auch der Ausstoss von Russpartikeln reduzierte sich um mehr als 40%.

Die International Maritime Organization, eine Unterorganisation der UNO, hat strenge Ziele festgelegt: Neue Schiffe müssen mit umweltschonenden Technologien ausgerüstet werden, zudem werden bestehende teilweise nachgerüstet. Ziel der Aktion ist, bis 2025 bis zu 30% weniger CO2  Austoss.

Stark betroffen von der Luftbelastung durch Schiffsemissionen sind die Hafengebiete, selbst bei Reedereien, welche inzwischen gezwungen wurden, weniger umweltschädliche Kraftstoffe zu verwenden, können immer noch hohe Emissionen gemessen werden. Um die Emissionen während der Hafenliegezeiten zu senken, wäre die Landstromversorgung eine geeignete Massnahme.

Green Ship of the Future

Im Jahr 2008 wurde die Initiative Green Ship of the Future gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss von 15 dänischen Unternehmen der maritimen Wirtschaft und mehreren dänischen Hochschulen. In diesem Projekt beschäftigen sich die Teilnehmer mit Entwicklung neuer Technologien, vor allem darum, die Emissionen in der Seeschiffsfahrt erheblich zu verringern. Das Ziel, welches angestrebt wird, ist die Verringerung um 30% des Kohlendioxidausstosses und eine Verringerung der Stickoxide und Schwefelanteile um jeweils 90%.

Der schnellste Dreckvogel

Es gibt keine bequemere und schnellere Reisemethode, als die, mit dem Flugzeug zu fliegen. Doch wie wohl jedem bekannt sein dürfte, ist der Transport mit dem Flugzeug nicht gerade die umweltfreundlichste Reisemethode. Trotzdem wählen immer mehr Menschen das Fliegen als geeignetes Fortbewegungsmittel für den Urlaub, den Geschäftstermin oder den Besuch bei den Verwandten.

Billigflüge dank Subventionierung

Laut Statistik sind es zwar nur 5% der Menschheit, welche schon jemals mit dem Flugzeug geflogen sind, jedoch wird vermutet, dass sich diese Zahl bis 2020 mehr als vervierfachen wird. Das liegt daran, dass es viele Billigfluganbieter gibt, welche das Reisen für ein breites Publikum erschwinglich machen. Diese Billigflüge sind unter anderem aus drei Gründen möglich: Zum einen besteht ein enormer Preisdruck unter den verschiedenen Fluganbietern, zum zweiten zahlen sie keine Mineralölsteuer und drittens werden die Flughäfen durch Hilfe billiger oder gar kostenloser Staatsdarlehen erbaut. Somit wird die Luftfahrt seit 1948 subventioniert. Dies hat und wird noch beträchtliche Auswirkungen auf die CO2 Ausstösse haben.

Flugrouten im Ozonlochgebiet

Einer Analyse zufolge ist das Pazifik-Gebiet besonders anfällig auf Schadstoffe. Das Ozon ist dort fünfmal so empfindlich wie beispielsweise im Europagebiet. Damit sind Flugrouten von und nach Australien und Neuseeland die zehn schädlichsten auf der Welt, da diese sich genau unter dem momentanen Ozonloch befinden. Dazu kommt, dass diese Flugrouten besonders lang sind und mit grossen Passagierflugzeugen beflogen werden, was zu einem besonders hohen Kerosinverbrauch führt.

Daher wäre es laut WWF gut vorstellbar, die Flugzeugrouten so umzuleiten, damit man um die empfindliche Zone herumfliegt.
Die lange Einsatzdauer eines Passagierflugzeugs ist eines der grossen Hindernisse, den CO2 Ausstoss zu dämmen. Da Flugzeuge oft 30 Jahre lang im Einsatz stehen, werden dort in nächster Zeit keine grösseren Technologiesprünge erwartet.

Säuberungsideen

In der maritimen Wirtschaft sollen die Schiffe auf neuere Technologien umsteigen, zudem sollte kein einziges Schiff mehr mit Schweröl betrieben werden, auch bestehende Schiffe sollen nachgerüstet werden. Die Idee der Initiative Green Ship of the Future finden wir sehr interessant und sind gespannt auf Fortschritte und neue Technologien in Bezug auf umweltfreundlichere Schifffahrt. Dies ist ein Projekt, welches zu unterstützen ist, nicht nur von dänischen sondern von Firmen weltweit.

Die Idee von WWF, die empfindliche Zone des Ozonlochs zu umfliegen sollte weiter ausgebaut und eingeführt werden. Die Flugzeugindustrie soll sich Gedanken um die Weiterentwicklung der Technologie machen und wie sie ein umweltfreundlicheres Verkehrsmittel erschaffen können. Subventionierungen sollen abgeschafft werden, zudem sollen Steuern auf Kerosin erhoben werden. Dadurch würden die Flüge teurer und somit könnten es sich weniger Leute leisten. Dies könnte zu einer Abnahme des Flugverkehrs führen.

Jeder einzelne soll sich bewusst werden, was es für Auswirkungen hat, wenn er in ein Flugzeug steigt oder ein Schiff betritt. Oft gibt es eine Alternative zu diesen Drecksschleudern. Hier stellt sich die Frage, ob man nicht auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel zurückgreifen möchte und ob zwei Mal im Jahr Ferien auf Übersee wirklich notwendig sind? Wenn man auf exotische Produkte verzichtet und sich auf Regionales  beschränkt. Dasselbe gilt für Modegeschäfte, so kann jeder einen kleinen Beitrag zur besseren Luftqualität leisten.

Wir sehen im Schiffsverkehr ein höheres und schnelleres Verbesserungspotential als im Flugverkehr. Anhand der Umrüstung auf schwefelarmen Schiffsdiesel, der geringeren Fahrgeschwindigkeit und der bestehenden Initiative sind wir zuversichtlich das es Änderungen gibt, im Gegensatz zum Flugverkehr.

CO2 Footprint Rechner

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Autoren

  • Natascha Hess
  • Jana Röthlisberger
Quellenverzeichnis
Textquellen
Abbildungsquellen
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