Ein Herz und drei Tannen

«Woher kommst du denn?»Olten, lautet meine Antwort,die wirklich immer belächelt wird.
Nein keine schöne Stadt, ja sehr zentral, nein nicht viel los. Ein typisches Gespräch auserhalb meiner Stadt.
Olten hat tatsächlich nicht den besten Ruf, nicht den schönsten Bahnhof, nicht die besten Ausgangsmöglichkeiten. Selbst ich als Oltnerin bin immer wieder hin und her gerissen von mehr oder weniger lokalpatriotischen Gefühlen. Doch was macht Olten wirklich aus? Was bestimmt unser täglich Leben in der drei Tannenstadt.


 

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Das drei Tannen Wappen

 


Unser Star
So gut wie jeder Schweizer kennt unsere kleine Stadt an der Aare. grund dafür ist aber nichts sehr extravagantes, sondern die SBB. Als Schlüsselpunkt ist der Oltner Bahnhof Treffpunkt der Tendler. Im berüchtigten Oltner Bahnhofsbüffet wurden dadurch etliche Vereine,Unternehmen und unser bekannter Oltner Bahnhofsbüffet Dialekt etabliert.
Weiter ist der Bahnhof wohl einer der grössten vorteile der Stadt. In nicht mehr als 30 Minuten reist man zu den wichtigsten Großstädten der Schweiz.


 

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Eingang zum Oltner Bahnhof

Noch nie von Kultur und Kater gehört?

Olten hat vieleicht keine besonders grossen bekannten Clubs, trotzdem mangelt es weder an Kultur noch Katern.
Unsere kleinen aber feinen Bars bemühen sich ständig Events nach Olten zu bringen. So finden ab jedem Donnerstag täglich Kunstausstellungen, Poetryslams oder Konzerte statt. Von Jazz,über Techno bis zum Metal hat es sicher für jeden etwas dabei. Oltner Nächte sind lang und laut , und selbst wenn das Coq d‘or irgendwann um 04.00 Uhr seine Türen schliesst, kann man sich immer noch bei unserem wochenend Beck ein warmes Schoggibrötchen hohlen und in der nächsten Bar Unterschlupf suchen.


Hazel-Brugger

Musik- und Lesebühne Wortklang in der Vario Bar


Olten gibt es, Olten nimmt es

Am besten das dickste Schloss das sie haben bitte.
Sie kommen und sie gehen, unsere Oltner Velos. Auch ich habe schon vor Jahren aufgehört mir teure Fahrräder zu leisten. In dieser Stadt lohnt es sich nicht. Ob abgeschlossen oder nicht, die Velos landen in der Aare, werden zerkleinert oder sind ganz weg.
Selbst dass das Velo mal drei Tage weg ist, es nachher wieder am gleichen Ort steht, mit einem Briefchen das erklärt: «Ich habe es mir nur schnell geborgt.» ist keine grosse Besonderheit mehr.


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Im grossen und ganzen bleibt das Leben in der kleinen Stadt aufregend. An das schlechte gewöhnt man sich und am schönen erfreut man sich.Olten ist einen Stadt mit einem ganz eigenen Charm, der halt erst entdeckt werden muss.

Adelia

Gelehrnte Schneiderin- Leidenschaftlicher Laie- Teilzeit Sofaphilosoph.

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2 Gedanken zu „Ein Herz und drei Tannen“

  1. Hallo Adelia.
    Ich finde du machst das ganz richtig. Nun gehe ich schon fast 5 Jahre mehrmals wöchentlich nach Olten. Selber habe ich nie gute Worte finden können. Die Stadt früh verurteilt. Und doch ist es nicht richtig die ganze Stadt schwarz zu malen. Ich verstehe es, wenn du dich in Diskussionen rechtfertigen musst in Olten zu wohnen. Es liegt leider in der Natur des Menschen, Orte, Personen, Dinge o.ä. anhand vom ersten Eindruck zu klassifizieren. Vor 5 Jahren hätte ich selbst mühe gehabt, mir vorzustellen gerne in Olten zu wohnen. Heute glaube ich, allen Vorurteilen zum Trotz, dass man es sich ganz gut gehen lassen kann in Olten. Es stimmt, die Verbindungen in Olten sind wirklich der Hammer. Zu all dem entwickelt sich Olten mehr und mehr zu einem relativ wichtigen Bildungszentrum. Ich verstehe dich, wenn du gerne in Olten lebst. Die Stadt muss und darf nicht allen gefallen um die Heimat der Oltner zu sein.

  2. Lieber Eric

    Leider hast du mit deiner Aussage bezüglich Klassifizierungen recht. Ich denke wir alle machen das sehr unterbewusst, wichtig ist halt eben, dass man offen für Neues bleibt.

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