Eine Dunkelkammer für Schwarzes und Weisses

Fast zeitgleich zu meinem Kauf einer digitalen Spiegelreflexkamera, habe ich mir ebenfalls eine  Agfa SILETTE LK sensor, eine echte alte analog Kamera gegönnt. Meine Faszination wurde dermassen durch das kleine, wundervolle Bildeinfangobjekt geweckt, dass ich mich darum bemüht habe, Heute im Besitz einer Dunkelkammer zu sein. Nun will ich euch diesen magischen Raum ein wenig näher bringen…

Das Material

Ich hatte das Glück das der Bruder meines Grossvaters ein leidenschaftlicher Fotograf war. Um all seine Gerätschaften seiner Passion gerecht zu werden, prägten ihn leider seine Jahre zu sehr. So kam es, dass er mir mit grosser Freude einige Teile davon überreichte, welche ich ebenfalls mit grosser Freude annahm.

Die erste Voraussetzung bevor man sich zum Besitzer irgendwelche «Vergrösserungsgeräten» macht, ist, auch genügend Platz dafür zu finden. Ist dieses Problem von Tannen, nichts wie Los! Beschafft euch das Material.

Der Vergrösserer

Der Ablauf bis zu einem schwarz/weiss Fotoabzug beginnt mit der Verwendung des «Vergrösserers». Die schon entwickelten Negative (ich selbst gebe meine Filme/Negative einem Fotogeschäft zur Entwicklung) legt man in die vorgesehene Einrichtung und stellt die nötigen Einstellungen ein, welche alle am Vergrösserer selbst gemacht werden können. Die Belichtung auf das lichtempfindliche Fotopapier kann jetzt durchgeführt werden.

Vergrösserer
ein Vergrösserer

Die zwei Chemiebäder

Gleich nach Belichtung des Papiers, legt man den «Abzug» (das belichtete Fotopapier) in das erste Chemiebad, welches eine mit einem Konzentrat von Fotoentwickler und Wasser an gemischt ist. In diesem Bad lässt man das Foto zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten lang mit der Chemie reagieren.

chemie 1
Entwickler Bad

Im zweiten Bad ist der sogenannte «Fixierer». Dieser dient dazu, die lichtempfindliche Beschichtung des Fotopapiers, unempfindlich zu machen. Das heisst, das Papier reagiert nicht mehr auf licht und kann auch nicht nochmal in das erste Bad gelegt werden.

chemie 2
Fixierer Bad

Im dritten Bad spült man ganz einfach das ganze in Normalem Leitungswasser aus, damit die Chemikalien die ebenfalls auf Licht reagieren keine Flecken auf dem Bild hinterlassen.

chemie 3
Wasser Bad

Das Trocknen

Der letzte Akt bis wir zu unserer Fotografie kommen ist ebenfalls sehr simpel. Man lässt es nämlich einfach trocknen. Ob auf dem Tisch ausgebreitet und wartend, oder mit einem kleinen Ofen, spielt absolut keine Rolle.

Trockner
Der Gerät   😉
Und da haben wir schon ein echter, selbstgemachter Abzug einer Selbs geschossener Fotografie.
Beispierl
ein Beispiel

Natürlich ist das eine nur mässig ausgefallene Anleitung. Da gäbe es noch Wassertemperaturen, verschiedene Chemiemischungen, Farbchemie, verschiedenes Fotopapier, und etliche weitere Kleinigkeiten, um zur perfekten Fotografie zu kommen.  Ich selbst werde sicherlich nie ausgelernt haben. Genau das macht es aber auch so interessant für mich.

Es ging hier nur darum die Grundschritte aufzuzeigen und eventuell euer Interesse zu wecken. Falls dies so wäre, sagt bescheid. Wenn ich mal wieder Zeit finde, Abzüge zu machen, könnt ich sicherlich auch dabei sein.

 

Jan Merlin Pulfer

Ausbildung zum Hochbauzeichner, Besuch Gestalterischer Vorkurs - Schule für Gestaltung Biel, Gründung Atelier Macherei in Solothurn.

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