Färberei, Ei, Ei, Ei

Schon als kleines Kind, färbte ich mit meiner Familie Ostereier an Karfreitag. Dies machten wir bis heute jedes Jahr. Es ist eine Tradition die immer den gleichen Ablauf hat.
Jeder in unserer Familie hat eine Aufgabe. Meine Mutter ist zuständig für die Farben und die Besorgung der Eier. Meine Schwester und ich sammeln die Kräuter und verzieren die Eier.
Mein Vater beurteilt das Endergebnis.

Während meine Mutter die Zwiebelschalen kocht, gehen meine Schwester und ich in den Garten. Mit passender Kleidung und richtiger Ausrüstung legen wir mit dem Sammeln los.Bild 1
Das beste Ergebnis geben Blumen und Pflanzen, die eine schöne Struktur oder eine spezielle Form haben. Dieses Jahr hatte es schon viele Blumen und keinen Schnee mehr, also ideale Voraussetzungen um schöne Eier zu färben.
Man braucht ein gutes Auge, um die schönsten Gewächse auslesen zu können. Dank unserer langjährigen Erfahrung haben wir uns diese Eigenschaft angeeignet.
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Nach dem sorgfältigen Auserlesen der Pflanzen geht das eigentliche Färben los. Man legt die Blumen auf die Eier und probiert diese in den Strumpf zu legen ohne dass es die Blumen zusammen zieht oder kaputt macht. Dann dreht man das Ende des Strumpfes solang, bis dieser eng sitzt und befestigt es mit einem Faden. Wichtig ist dabei, dass man das Ei nicht fallen lässt, ansonsten ist dessen Gewinnchance beim «Eiertütschen» gering.
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Nachdem alle Eier eingepackt sind, kommen sie in ein Farbbad. Dort werden sie gekocht. Nach 20 Minuten nimmt man sie wieder heraus, schreckt sie unter dem kalten Wasser ab und befreit sie aus dem Strumpf. Leider gibt es auch bei diesem Verfahren einige Verluste. Dieses Jahr trauerten wir um 3 Eier die es leider nicht in die schöne Schale und so nicht in die Kampfarena geschafft haben. Das Endergebniss wird dann von meinem Vater geprüft und für gut geheissen. Ein Urteil von wem die schönsten Eier sind, bekommen wir nie, da alle Eier gleich schön seien. Die Wahrheit kennen wir aber alle und das muss auch meine Schwester akzeptieren.
Am Ostersonntag werden dann die schönen Eier «getütscht» und es zählt nur noch das gemütliche Beisammensein.

Leda Fluri

Schülerin an der GBM Olten und gelernte Schneiderin.

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2 Gedanken zu „Färberei, Ei, Ei, Ei“

  1. Das Färben von Eiern war auch bei uns zu Hause eine Tradition. Ich kann mich noch erinnern, was für ein Stress das jedes Jahr für meine Mutter war. Diese Tradition möchte ich mit meinen Kindern gerne weiterführe. Dieses Jahr hatten wir jedoch leider keine Zeit

  2. Ich finde es sehr gut, wenn du diese Tradition weiter führst. Deinen Kindern macht es sicherlich sehr viel spass und wenn es einmal ausfällt, ist dir der Osterhase sicherlich nicht böse 😉

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