Fast Fashion killt die Umwelt

Es ist kaum vorstellbar, wie viele Kleider Opfer der Verschwendung werden. Bist du noch nicht im Bilde, so erwartet dich hiermit ein Schock.

Unterbezahlte Arbeitskräfte und minimalistische Verarbeitung. Fastfashion ist der Hauptauslöser eines globalen Problems. Billige und schnelle Herstellung von Kleiderwaren ermöglicht den Textilgiganten die Verkaufspreise tief anzusetzen und dennoch sprengende Gewinne zu erzielen. Massenproduktion. Der Umsatz steht an oberster Stelle. Ressourcen werden ausgebeutet und verschwendet. Der Überschuss wird entsorgt. Wie weit soll die Sucht nach Profit und Konsum noch gehen?

Textilgiganten entfachen das Feuer der Verschwendung

Die Modeindustrie ist eine der grössten Industrien der Erde. Die Trends ändern sich laufend. Im Wochen-Rhythmus pumpen Textilgiganten wie H&M und Zara neue Kollektionen in die Läden.

Grosskonzerne sind blind vor Profit und scheren sich kaum darum, wer den Preis für ihre Billigkollektionen zu tragen hat. Die Folgen werden auf die Umwelt und die Arbeitskräfte am anderen Ende der Welt abgewälzt. Das Geschäftsmodell der «Fast Fashion» widerspricht grundsätzlich dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Vierzig Prozent der produzierten Bekleidungswaren werden schlussendlich nicht verkauft und somit nicht getragen. Vorprogrammierte Überproduktion. Die Endstation dieser Kleidung ist keine wohltätige Spende, sondern der Scheiterhaufen. Der verschwenderische Umgang mit Textilien verschlingt Ressourcen. Müssen uns die Ressourcen erst ausgehen, damit wir für Nachhaltigkeit sorgen?

Der Ausverkauf verhindert die Verschwendung nicht.

Quantität vor Qualität

Die Kleidung wird zum Teil so verarbeitet, dass sie sich nur für kurzweilige Nutzung eignet. Kleiderwaren aus der nächsten Kollektion stehen vor der Tür und werden die heute noch neuen Kleidungsstücke morgen ersetzten. Kleidung wird durch diese Billigmentalität zur Verbrauchsware. Bereits nach einem Jahr landen sechzig Prozent aller Kleidungsstücke im Müll.

Das Ende eines Trends wird wie ein Ablaufdatum gehandhabt.

Das Feuer ist nicht zu bremsen

Das Sortiment ändert sich ständig. Konsumenten werden dazu animiert dem Trend zu folgen und greifen zu. Die hohe Nachfrage führt dazu, dass die Produktion weiter ansteigt.

Die Trends von heute sind der Müll von Morgen.

Greenpeace

Dadurch das «Fast Fashion» den Bekleidungsmarkt eingenommen hat, hat sich die Textilproduktion seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Mittlerweile verursacht die Bekleidungsindustrie über fünf Prozent der globalen Emissionen. Mit dem wachsenden Textilkonsum in den Industrieländern, wachsen auch die verheerenden Umweltfolgen in den Produktionsländern. Unzählige giftige sowie umweltschädliche Chemikalien werden bei der Weiterverarbeitung von Rohmaterialen in der Textilindustrie eingesetzt. Viele dieser Giftstoffe enden nicht nur in der Umwelt der Fabriken, sondern sind mittlerweile global verbreitet.

Influencer giessen Öl ins Feuer

Die meisten Konsumenten wissen von den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und dem fahrlässigen Chemikalieneinsatz in den Textilfabriken Asiens. Trotzdem wird beim eigenen Kauf oft mehr Wert auf die Marke, das Design und den Preis gelegt als auf die nachhaltige Produktionsweise. Obwohl die Option aus zweiter Hand zu shoppen, finanziell attraktiver ist, wird diese Möglichkeit oft nicht genutzt. Der Ekel vor Secondhand hat sich in der Gesellschaft eingebrannt. Oft sind Konsumenten der Meinung, dass benutze Kleidung für die Unterschicht bestimmt ist. Erwartet wird neue und makellose Kleidung. Ein Irrtum der unsere Umwelt ins Verderben zieht.

Die Anzahl der bereits bestehenden Kleidungsstücke ist so gewaltig, dass unser Bedarf bei weitem gedeckt werden kann. Genau genommen ist die Produktion weiterer Klamotten unnötig. Die komplette Produktion radikal zu stoppen, ist wohl für unser Wirtschaftssystem nicht ertragbar, doch muss sie mindestens stark runtergeschraubt werden. Doch stattdessen kurbeln zahlreiche Influencer den Konsum von Billigmode, und so auch die Textilproduktion, durch Werbung auf sozialen Netzwerken weiter an.

Der Mode zu wiederstehen ist gerade in unserer Gesellschaft schwer, viele brauchen Bestätigung dieser Art. Das Streben nach Schönheit und Kreativität ist schön und menschlich, aber es wäre viel einfacher, wenn nicht ein System, dessen Ziel es ist an möglichst viel Profit durch uns Konsumenten zu gelangen, uns vorschreiben würde, wie wir auszusehen haben.

Die Umwelt schreit um Hilfe

DU musst helfen. Hier erfährst du wie.

Autoren: Julia Taras und Lou Tschumi

Quellen

https://greenwire.greenpeace.de

https://www.greenpeace.de

https://nzzas.nzz.ch

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