Faszination Eis – der grösste Eispavillon der Welt

Nur ein Aggregatzustand von Wasser? Nein, ich denke, nicht nur. Vom kleinen unscheinbaren Hagelkorn zum Eiswürfel im Cocktailglas bis zum imposanten Gletscher, der natürlich vollkommene kristalline Festkörper erscheint uns in verschiedensten Formen.

Gefrorenes Wasser oder heisse Luft?

Das aus farblosen, transparenten Kristallen bestehende Naturphänomen trügt unsere Sinne und erscheint uns durch den Einschluss von Luftbläschen als weiss. Daher umgeben wir uns mit der Aura des weissen Eises, wenn wir uns in die Tiefen einer faszinierenden Gletschergrotte begeben. In eine solche sinnbetäubende Grotte trugen mich meine Füsse an Neujahr. Im schönen verzaubert verschneiten Saas-Fee, in dem ich zu diesem Punkte der Zeit gerade mit ein par Freunden resistierte, wussten wir am ersten Tage des neuen Jahres nicht viel mit uns anzufangen. Die restlichen Prozente der Silvesterfeier noch im Blutkreislauf spürend brachen wir auf in die Tiefen der eisigen Welt. Das Wetter spielte mit, flutende Sonnenstrahlen erwarteten uns ausserhalb unserer Wohnmöglichkeit. Um unser etwas höher gelegenes Ziel zu erreichen schwebten wir erst in einer etwas kleingeratenen Metallbüchse an einem Stahlseil durch die beschwingenden Höhen. Den festen Boden wieder unter den Füssen, machten wir uns kopfschüttelnd in die eisigen Tiefen auf. Kofpschüttelnd? Ja, denn wie könnte es auch anders sein, nicht einmal in diesen unglaublichen Schneelandschaften können unsere heissgeliebten schlitzäugigen Freunde vom Kontinenten nebenan nicht auf ihre High-Heels verzichten. Nachdem wir dieses beängstigende, bedenkliche Erlebnis verarbeitet hatten ergatterten wir uns die letzten Tickets des Tages.

Tauchgang ins Eis

Natürlich steckten wir unsere Erwartungen an den grössten Eispavillon der Welt nicht allzu tief. Geheimnisse aus der 5500m3 grossen Eisgrotte in der Höhe von atemberaubenden 3500 Metern spannten uns auf die Folter. Der eisige Atem der jahrtausendealten Grotte drang uns beim Betreten durch die Atemwege. Unglaubliche Skulpturen aus dem erstarrten Wasser bahnten sich ein Weg in unser Blickfeld. Rutschbahnen in den eisigen Welten für die Kinder, eine Halle die Kirchenähnlich erscheinen sollte und Skulpturen aller Art fanden wir in den von Kinderlachen erleuchteten Hallen. Zwischendurch hielten wir Eindrücke in unseren Gehirnkammern fest von eisigen Handabdrücken sowie monströsen Gletscherspalten, kaum in den Vorstellungen erträumbar für Nichtbesucher. Sogar unsere lieben Freunde aus dem Vorgarten hatten es bis in die Grotte geschafft, dies war natürlich ein Foto wert.

Zurück zur Zivilisation

Von den vielen neuen Eindrücken erschlagen trugen uns unsere treuen Klumpen am Ende der Beine wieder aus den eisigen Tiefen mehrere Treppen hinauf, verabschiedeten sich kurz von der klirrenden Kälte und watschelten wiederum Richtung am Seil hängende Metallkonstruktion, um den furiosen Höhen zu entkommen.