Fleisch, der Klimakiller

Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht mit dem Thema konfrontiert wird – der Klimawandel. Klimaschutz geht uns alle etwas an und jeder kann etwas dagegen unternehmen.

Doch was ist die Hauptursache dieses immer grösser werdenden Problems unserer Gesellschaft? 

Die meisten Menschen vermuten, dass der grösste Faktor an unserem Wandel an Emissionen unserer alltäglichen Verkehrsmittel zurück zu führen ist. Doch diese Vermutung entspricht nicht der Realität.

Tatsache ist, dass die industrielle Viehzucht und die Agrarwirtschaft die Hauptgründe für den immensen Wasserverbrauch und der hohen Umweltverschmutzung sind. Mit dem Verzicht auf Fleisch und allgemein auf Tierprodukte tut man nicht nur etwas für die Tiere, sondern macht auch enorm viel für die Umwelt.

Diesem offensichtlichen Problem wird von den Menschen zu wenig Achtung geschenkt. Es ist vielen gar nicht bewusst, welche Auswirkungen unser Fleischkonsum auf die Umwelt hat. Ohne eine schnelle Veränderung unserer Essensgewohnheiten wird es sehr schwierig unsere Umwelt wirksam und vor allem nachhaltig zu schützen. Die aussergewöhnliche Flora und Fauna unseres einzigartigen Planeten muss für zukünftige Generationen gesichert werden. Eine Aufgabe die den aktuellen Zeitgeist und das 21. Jahrhundert massiv prägen wird.

Doch wie stark stehen Massentierhaltung und Umweltverschmutzung miteinander in Verbindung?

Es werden zwei Aspekte von Emissionen betrachtet. Zum einen der Methangas-Ausstoß der Tiere bei der Verdauung und zum anderen jegliche weitere Quellen von Treibhausgasen, wie etwa Düngung, Betrieb von Apparaturen, Futtertransport und ähnliches. 51 Prozent aller weltweit ausgestossenen Treibhausgase werden von der Nutztierhaltung verursacht. Demnach mehr als durch den gesamten, weltweiten Verkehr. Das heisst, dass die Tierindustrie mittels Gülle, Mist, CO2 und Methanausstoss umweltschädlicher ist als der komplette globale Transport, welcher Autos, Flugzeuge oder Schiffe beinhaltet.

Zudem wird jedes Jahr eine Fläche von 30 Millionen Hektar von Regenwäldern abgeholzt, um neue Flächen für Nutztiere zu schaffen. Auch der enorme Verbrauch von Strom und Wasser stellt ein Problem dar. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet dies, während man für ein Kilo Kartoffeln 900 Liter Wasser verbraucht, sind es für ein Kilo Rindfleisch 16’000 Liter.

Massentierhaltung bedeutet viele Tiere auf engem Raum. Ziel dabei ist es mit möglichst geringen Kosten, möglichst viel zu produzieren. Meist wird nur eine einzige Tierart in ländlichen Grossbetrieben mit nicht ausreichender landwirtschaftlicher Nutzfläche gehalten. Nicht selten liegt die Gewinnmarge bei den Betreibern hierbei in Rappenbereich pro Tier.  

Soja welches als Futtermittel verwendet wird, da es einen grossen Anteil an Eiweiss hat, wird aus Süd- und Nordamerika importiert. Somit wird eine Menge Fläche in anderen Teilen der Erde benötigt um Soja anzubauen. Regenwald wird zum Ackerland. Naturräume werden zerstört und es entstehen massive Umweltprobleme mit Folgen welche noch Jahrzehnte andauern werden.

Schädliche Ausdünstung

Zudem entsteht beim Verdauen der Nahrung Methan, ein umweltschädliches Gas, welches 25-mal schädlicher als Kohlenstoff- Dioxid ist. Folglich macht die Viehhaltung einen substanziellen Teil des vom Menschen gemachten Treibhauseffekts aus. Ein sehr anspruchsvoller Konflikt den es zu lösen gilt. Lieber früher als später.

«WIR ESSEN UNSEREN PLANETEN KAPUTT»

«Fleisch ist Klimakiller». Hierbei ist zu erwähnen, dass sich in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten hinsichtlich der bewussteren Ernährung einiges getan hat. Immer mehr Menschen sehen die Auswirkungen eines immer grösseren Fleischkonsums und setzen sich dem mit einem bewussten, teilweisen Verzicht auf diesen oder stellen sogar komplett auf vegetarische oder sogar vegane Ernährung um.

In der Gesellschaft sind die alternativen Ernährungsformen bereits fest etabliert und eine Argumentation zum Contra Fleisch- oder Tierproduktkonsum muss in vielen Gesprächssituationen gar nicht mehr erbracht werden. Schwieriger sieht es bei der täglichen Organisation dieser noch Nischen-Konsumentation aus. Teilweise wird es einem nicht einfach gemacht sich ökologisch sozialer und Klimaschonender zu ernähren.

Das Angebot der Lebensmittelindustrie oder aber auch von Restaurants und deren Gleichen wird vielerorts noch sehr schmal gehalten. Obwohl sich auch hier in den letzten Jahren einiges getan hat – nicht zuletzt wegen des immer grösser werdenden Drucks der Konsumenten. Grosse Ladenketten können es sich nicht mehr leisten eine immer schlechter werdende Ökobilanz auszuweisen und dem Klimaschutz keinen angebrachten Support beizumessen.

Schlussendlich muss man sich einen schonenderen Fussabdruck aber auch leisten können. Die lebenswichtige tägliche Proteinzufuhr kann nicht mehr durch tierische Produkte eingenommen werden, sondern muss durch kostspielige pflanzliche Nahrungsquellen ergänzt werden. Speziell wenn die Treibhausgase auch bei der Lieferkette der Nahrungsmittel beachtet werden soll, müsste in westlichen Ländern vermehrt auf zu exotische Produkte verzichtet werden.

Bewusster essen, bewusster leben

Quellenangaben

by Mitja Haring, Florian Iseli, Sara Kaiser

Schreibe einen Kommentar