«oder was Abfall wirklich ist»

Gibt es einen Weg, raus aus der heutigen Wegwerfgesellschaft?
Die Recherchen meines letzten Englischvortrages über die Organisation «Food not Bombs» fand ich so interessant, dass ich euch gerne mehr über die Gruppe und das «Containern» erzählen möchte.

Food not Bombs (FNB)

FNB ist eine internationale politische Bewegung, welche bereits 1980 in Boston (USA) entstanden ist. Sie macht sich für Sammeln von bereits weggeworfenem Essen stark.
«We’are seeking to end hunger and poverty, not just feed it!»
Nach diesem Motto sammeln die einzelnen Gruppen Esswaren aus Abfallcontainern von Supermärkten und Konzernen, welche überschüssiges Essen achtlos fortwerfen.
Dieses Phänomen nennt sich im deutschsprachigen Raum «».

Containern

Zubereitung

Zu den aufgetriebenen Nahrungsmittel, kommen jene hinzu, die durch Spenden gekauft werden können.
Damit bereiten die Gruppenmitglieder vegetarisches und veganes Essen zu, welches sie danach an Passanten, Obdachlosen und Touristen, gratis verteilen.

Zubereitung Essensausgabe

Zusammenhänge

Ihr Ziel ist es aber nicht, eine alternative Armenspeisung zu sein, sondern anhand einfach und begreifbaren Zusammenhängen, das kapitalistische Wertprinzip zu hinterfragen.
Oder was haltet ihr von der riesigen Vernichtung von brauchbaren Lebensmitteln in der westlichen Welt, während gleichzeitig der Hunger in vielen anderen Ländern gross ist?

Essensverschwendung

Politik

Die Akzeptanz der einzelnen Gruppen ist jedoch noch lange nicht überall gleichweit fortgeschritten, noch schlimmer, in einigen Ländern oder Städten auf unserer Welt ist Essen gratis zu verteilen sogar verboten. Da überlegen wir uns den warum? – und die einzige Lösung bringt der Kapitalismus. Die Organisationen machen auf dies konkret aufmerksam in dem sie, Essen direkt vor Banken, MC Donalds oder riesigen Einkaufszentren verteilen.
Auch während Demonstrationen gegen Faschismus, Antisemitismus, Rassismus und vielem mehr – gegen was in unserer Welt zu Kämpfen ist – kann man die Organisation mit ihren jeweiligen Essensausgabeständen antreffen.

Essensausgabe

Exekutive

Nicht zu vergessen, dass die Organisation sich klar als «nicht gewaltanwendende Gruppierung» bezeichnet, steht sie trotzdem auf der FBI Terroristenliste in Amerika und die Mitglieder werden immer wieder verhaftet.
Dies wegen illegaler Essensvergabe oder auch nur als Teilnehmer von den jeweiligen Demonstrationen, obwohl sie eigentlich nur im «Hintergrund» agieren.

Polizeiaktion

VOKÜ

Ich kenne eine verwandte Art der Essensausgabe die man umgangssprachlich VOKÜ (Volksküche) nennt, welche ich immer wieder im Rahmen von Konzerten oder Veranstaltungen antreffe.
Auch dies finde ich eine sehr gute Sache da man zusammen Kochen, Essen und Geniessen kann. Dies alles mit sehr wenig Kostenausgaben, da man vieles in den umliegenden Einkaufszentren beim «Containern» findet. Was man daraus alles zaubern kann ist fantastisch. Sehr gerne helfe ich mit beim Kochen und Zubereiten.

VOlksKÜche

Schlusswort

Eigentlich ist jetzt die beste Zeit zum Containern, da die aktuelle Aussentemperatur die Waren schön frisch hält.
Also stelle auch ich mir die Frage: «lieber Geld ausgeben und die Ware im warmen Einkaufszentrum kaufen, oder doch lieber Schal, Mütze und Handschuhe montieren und dieselbe Ware gratis zusammensammeln?» Somit wäre auch schon die Frage: «Was koche ich heute?» geklärt.

Ich gebe zu, sich am Abend noch zu diesem Schritt zu überwinden braucht etwas Disziplin. Nicht immer ist es einfach und viel greife ich auch selbst zu der bequemeren Methode.

Mir selbst wieder mehr bewusst, wie einfach es eigentlich wäre und was man für ein Zeichen setzen könnte, werde ich wohl wieder mehr nach Ladenschluss in Wintermontur anzutreffen sein.

« E GUETE »

Food not Bombs Banner

 Quellen

Food not Bombs Homepage : http://www.foodnotbombs.net
Weitere Informationen aus dem Netz : http://www.teatime-mag.com/magazines/97-de/

Carol Schreiber

- Ich lasse mich inspirieren von: der Natur, vielen verschiedenen Farben, Kochen und interessanten Diskussionen mit Freunden und Familie - meine Energie stecke ich in: das Handball, Besuch von Musikkonzerten in kleinem Rahmen und immer wieder in ein Herzhaftes Lachen

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2 Gedanken zu „«oder was Abfall wirklich ist»“

  1. Liebe Carol
    Sehr interassant, dein Blogeintrag. Das Containern ist mir seit längerem ein Begriff, von «Food not Bombs» hatte ich bisher noch nichts gehört. Eine wunderbare Idee. Tragisch, wie immer wieder versucht wird, solche Organisationen zu stoppen.

  2. Hallo Karin
    Vielen Dank für dein Feedback.
    Ebenfalls ist es ein Geständnis, dass du wohl bei meinem Englischvortrag in der Schule nicht anwesend warst 😉
    So oder so du hast recht, es ist ungerecht dass sich gewisse Leute und Mächte sicher über andere stellen, welche doch nur Gutes tun wollen.
    Auch beim containern kommt es immer vermehrt vor, dass «per Zufall» der bereits angemachte Hörnlisalat vom Takeaway-Stand zuoberst liegt und man somit nur schlecht die guten Lebensmittel ergattern kann. Wer seinen Abfall noch intensiver beschützen will, schliesst den Abfalleimer einfach mit einem Schloss zu.

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