Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Genau um diese Themen drehen sich unsere Waldfuchsnachmittage im Wald in Oberdorf.
Kinder vom Kindergarten bis zur 4. Klasse dürfen in der Gruppe «Waldfüchse» den Wald entdecken, dies einmal pro Jahreszeit an einem Mittwochnachmittag.
Gerne erzähle ich euch mehr über meine Erfahrungen und den Wald aus Sicht der Kinderaugen.

Aufbau und Ablauf

Die Waldspielgruppe «Waldmeisterli» aus Oberdorf, feiert dieses Jahr ihr 10 jähriges Bestehen.
Für die Kinder welche bereits aus dem Spielgruppenalter rausgewachsen sind, besteht seit dem Jahre 2012 das Angebot den «Waldfüchsen» beizutreten. Mitmachen können, wie oben bereits beschrieben, Kinder bis zur vierten Klasse und es findet vier mal pro Jahr statt.
Seit bereits zwei Jahren darf ich jetzt Ursula, Regula und Lisa helfen die jeweiligen Mittwochnachmittage zu gestalten. Die Waldfüchse finden grossen Anklang, weshalb wir bereits drei Gruppen an je ca. 20 Kinder pro Block bei uns im Wald in Empfang nehmen dürfen.
Die Kinder kommen grösstenteils aus Oberdorf und Langendorf jedoch haben wir auch kleine Waldfüchse aus Rüttenen, Solothurn und Lommiswil.
Der einzelne Block fängt jeweils um 13:45 an und dauert bis um 16:30.
Je nach Jahreszeit gestalten wir das Thema und die Aktivitäten. Meist in Form von Gruppenposten, welche jedes Kind absolvieren kann. Natürlich kommt auch das «Zvieri» am Feuer und das individuelle Spielen, Sägen, Hämmern nie zu kurz.

Das Angebot der Waldfüchse beinhaltet zum Beispiel:

  • Abenteuerspiele
  • Feuern (z. Bsp. mit Magnesiumstarter)
  • Kochen & bräteln
  • (Tier-) spuren entdecken und verfolgen
  • Seilkonstruktionen bauen
  • mit Bewohnern und einigen Pflanzen des Waldes vertraut werden
  • Hütten bauen
  • in Hängematten unter dem Blätterdach träumen
  • und natürlich vieles mehr.

Ich und der Wald

Hilfe beim Bräteln
Hilfe beim Bräteln

Mich fasziniert der Wald seit Kindesalter. Da ich sehr nahe am Waldrand wohne und auch jahrelang in der Pfadi war bin ich sozusagen mit dem Wald aufgewachsen.
Als ich letztes Jahr in meinem Zwischenjahr steckte, kontaktierte ich die Waldfrauen in Oberdorf sehr spontan. Zufälligerweise hatten sie Not am Mann, weshalb ich fast sofort bei Ihnen mitmachen konnte.
Mir bereitet es grosse Freude mit den Kindern im Wald zu sein und ihnen mein Wissen zu vermitteln, wie auch von ihnen zu lernen.
So gut wie es geht probiere ich mein Wissen über den Wald und die Natur weiterzugeben, und werde von Nachmittag zu Nachmittag um viele Informationen im Bereich Natur und Umgang mit Kindern reicher.

Das Kind im Wald

Immer wieder fällt mir auf, dass das Spielen und Sein im Wald sich sehr speziell auf die Kinder auswirkt. Die meisten der Teilnehmern waren bereits bei den Waldmeisterli dabei, weshalb sie schon sehr mit dem Wald vertraut sind. Deshalb kann man zum Teil sehr gut den Unterschied zu den Kindern welche neu dazustossen feststellen.

«Wie gehe ich um mit Bäumen und Lebewesen?», «Was darf ich und wo muss ich aufpassen?», «Wann sind Handschuhe Pflicht und wo muss ich besonders auf die Leiter hören?». Diese Fragen sind nicht für alle Kinder gleich einfach. Jedoch ist bewundernswert, wie die Kleinen von einander lernen und sich in der Gruppe gut unterstützen.
Zum Thema «Wann muss ich still sein?» haben wir seit diesem Sommer auch unser Waldfuchszeichen aufgenommen.
Denn Füchse sind sehr scheu, weswegen alle, sobald das Fuchszeichen auftaucht still sein müssen, um diese nicht zu vertreiben.

«Waldfuchszeichen»
«Waldfuchszeichen»

Der Waldplatz

Natürlich ist der Wald eine spezielle Umgebung, um so einen Nachmittag durchzuführen. Die Kinder sollen auf die Natur sensibilisiert werden, den Umgang mit Tier und Lebewesen entdecken, und dabei an der frischen Luft sich austoben können.
Dies findet bei jeder Witterung statt, denn wir alle kennen doch das Sprichwort: «Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.» Um bei schlechter Witterung ein wenig geschützt zu sein, spannen wir über dem «Waldsofa» eine Plane um doch die Rucksäcke und uns selber währen dem Essen ein wenig trocken zu halten.

Planenzelt bei Regen (Waldsofa)

Meiner Meinung nach sind die Kinder bei gutem wie bei schlechtem Wetter bester Laune, was jedoch bei den Eltern, angesichts der Kleider beim Heimkehren, nicht immer das Selbe sein wird.

Der Waldplatz selber, besteht aus dem eben genannten Waldsofa mit Feuerstelle, einem Geburtstagsthron und Aussenplatz mit Feuerstelle sowie einer Brücke und einem Unterstand, was selbstverständlich alles aus Natur- und Waldmaterialien selbsterbaut wurde.
Zum Anfang gehört jeweils ein Lied worin wir den Waldplatz begrüssen, so wie auch am Schluss um sich zu verabschieden.

Brücke
Brücke

Um euch einen kleinen Einblick in unsere Arbeit zu gewähren, werde ich auf folgenden Zeilen die letzten drei Blöcke beschreiben und erklären.

Sommerblock 2014 – Barfussweg

In den Sommerblöcken bauten wir mit allen drei Gruppen am selben Barfuss-Weg. Die Kinder konnten in jeweils zwei Gruppen Materialien suchen, mit welchen sie die Felder des Weges auslegen wollten. Da fanden sich, Tannzapfen, Blätter, Laub, Moos, Äste, und für die ganz Mutigen sogar Stechpalmenblätter welche vorsichtig beim Weg hingelegt wurden. Während dieser Zeit entfachte eine unserer Leiterinnen ein Feuer um nach dem Bauen des Weges, Schlangenbrot zu bräteln. Dazu gab es ein feines Wienerli.

Nach der Stärkung durften die Kinder den Weg ausprobieren, natürlich barfuss. Was zuerst bei einigen sehr skeptisch betrachtet wurde, entwickelte sich zum Spass von allen. Ob wirklich die ganze Gruppe, wie behauptet, über die Stechpalmen gelaufen ist blieb uns ein Rätsel.
Als Überraschung zum Schluss, gab es ein warmes Fussbad für die kalten Treterchen um danach wieder sauber, in die Wanderschuhe zu schlüpfen.

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Herbstblock – Auf den Spuren der Indianer

Im Herbst verwandelten wir uns im Laufe des Nachmittages zu richtigen kleinen Indianern und Indianerinnen. Nach einem kurzen Input über das Leben und die Bräuche dieses Volkes teilten wir die Kinder in drei Gruppen ein. In einem kleinen Postenlauf konnten sie so ihren eigenen Pfeilbogen herstellen. Beim ersten Posten wurden Kerben eingeritzt um die Schnur zu spannen. Danach ging es weiter um bei Ursula den Griff mit Schnüren und eigenem Muster zu verzieren. Bei mir konnten die Kinder den Pfeil schnitzen. Da war es natürlich wichtig die Anleitung zu befolgen. Unsere drei Grundsätze beim Schnitzen sind. «Wer schnitzt, der sitzt und dies so, dass kein anderes Kind in ausgestreckter Armnähe sitzt.» Die dritte Regel, immer von sich wegschnitzen war am schwierigsten umzusetzen, da es doch sehr schwer ist das Messer richtig in der Hand zu halten. Trotz Vorsicht gab es zwei kleine Unfälle die jedoch schnell mit einem «Waldpflästerli» beseitigt wurden.

Nach dem erstellen von Pfeil und Bogen gab es Popcorn zur Stärkung der mittlerweilen richtigen kleinen Indianern. Denn jedes Kind musste sich bis zum Zvieri einen Indianernamen ausdenken. Jetzt sassen also «der schnelle Pfeil», «die geduldige Merlin», «der helle Blitz» und viele mehr rings ums Feuer und sahen dem «Popcornkino» zu. So heisst es nämlich wenn man den aufspringenden Maiskörnern zuschaut.
Nach dem Essen durften die Indianer, gruppenweise, mit dem selbstgebastelten Büffel ihr Können testen. Gar nicht so einfach, denn der Büffel konnte mittels Seilkonstruktion sogar wegspringen.
Zum Schluss verabschiedeten wir uns mit einem Indianertanz und einem lauten UhUhUhUhUhUh.

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Winterblock – Schatzsuche

Im Winterblock hatten wir dieses Jahr wenigstens mit zwei Gruppen das Glück, dass auch das Wetter richtig winterig mitspielte. Wir hatten eine Schatzsuche vorbereitet um uns warm zu halten. Dazu kann man im und mit Schnee natürlich viele Spuren legen. Die Gruppe wurde in zwei kleinere Gruppen geteilt welche je Bändeli, Sägespähne und einen Schatz mit auf den Weg bekamen. Unser Ziel war nämlich, dass jede Gruppe den Schatz in der Nähe des Aufbruchortes versteckt und danach Spuren bis zum etwas entfernten «Brötliplatz» legt. Dort wartete bereits Regula mit einem Feuer und aufgesteckten, eingeschnittenen Cervelats. Die Gruppen bahnten sich also ihre Wege quer Feld ein, über Stock, Stein und Weg. Ziel war anhand des Hilfsmaterials wie auch Schnee, Stöcken, Ästen usw. der anderen Gruppe den Weg zum Schatz zu erleichtern. Nicht ganz einfach war zu verstehen, dass die Pfeile in die Richtung zum Schatz zeigen mussten und nicht in die Richtung in die wir liefen. Dies weil die andere Gruppe danach ja von der anderen Seite den Schatz suchen ging. Auch verlockend war falsche Spuren zu legen, was jedoch verboten war aus zeitlichen Gründen. Ausserdem fand man jede Menge Tierspuren im Schnee und mit ein wenig Fantasie konnte man sogar ein Riese erkennen welcher den Weg entlang gegangen sei, wie mir die Kinder klarmachten.

Vor lauter Hunger fingen die Kinder sogar an Schneepizza mit Sägespähnekäse zu backen, deshalb waren alle froh als wir bei Regula ankamen. Die Cervelats wurden mehr oder weniger gebrätelt und mit mitgebrachtem Tee verschlungen. Danach gings an die Rückkehr – die wirkliche Schatzsuche. Auch ich und Ursula tauschten mit unseren Gruppen um zu sehen, ob wir wirklich den Schatz finden. So machten wir uns los, und mussten uns beeilen um die schnellsten Kinder nicht zu verlieren. Mithilfe von Pfeilen, Bändeli und dem hingestreuten Sägemehl fanden wir jedesmal sehr schnell den Schatz, worin sich zum Dessert «Schoggistängeli» befanden.

Zum Schluss hatten wir noch Zeit uns mit einer kleinen Schneeballschlacht abzukühlen.

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Frühling

Bereits bin ich gespannt auf unseren Frühlingsblock, wo sich alles um Balance drehen soll. Kräutersammeln um Snacks zu erstellen und Balancespiele werden das Hauptthema sein. Jedenfalls freue ich mich sehr darauf.
Natürlich hoffe ich, dass ich euch den Wald ein wenig schmackhaft gemacht habe. Und wer weiss vielleicht probiert ihr ja selber mal was aus wovon ich jetzt geschrieben habe. Denn eines ist klar im Wald ist ob Gross oder Klein fast niemanden Grenzen gesetzt und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen.

 Ich entschuldige mich für die teils nicht sehr scharfen Fotos, jedoch ist dies sehr schwierig da die Fotos während Bewegung manchmal sehr schnell gemacht werden. Alle Fotos kommen von der Waldmeisterli-Homepage.

Carol Schreiber

- Ich lasse mich inspirieren von: der Natur, vielen verschiedenen Farben, Kochen und interessanten Diskussionen mit Freunden und Familie - meine Energie stecke ich in: das Handball, Besuch von Musikkonzerten in kleinem Rahmen und immer wieder in ein Herzhaftes Lachen

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