Generation Smartphone

In den letzten Jahren ist mir immer wieder aufgefallen, dass immer jüngere Kinder ein Smartphone besitzen. Ich habe 10-Jährige gesehen, welche die Strasse überqueren, ohne von ihrem Smartphone aufzublicken und Mütter, die ihren Kleinkindern ein Tablet in die Hände geben um sie zu beschäftigen. Als Mutter beschäftigt mich dieses Thema sehr. Letztes Jahr wünschte sich meine Tochter auch ein Tablet zu Weihnachten, weil bereits einige ihrer Mitschüler eines besitzen. Und dies in der ersten Klasse. Auch die Frage, wann sie endlich ein Smartphone bekommt wurde mir schon gestellt.

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Mädchen mit Tablet und Smartphone

 

Ich bekam mein erstes Handy mit 14 Jahren, nachdem ich etwa zwei Jahre dafür gekämpft hatte. Die Entscheidung meiner Eltern, mir kein Abo zu erlauben, stellte sich im Nachhinein als Richtig heraus. Denn ich fiel auf mehrere Klingeltöne-Abos hinein und Anfangs musste ich wöchentlich bis zu 40 Franken aufladen. Nach weniger als einem Jahr verschwand mein Handy bereits. Ich weiss nicht, ob ich es einfach verloren habe, oder ob es mir geklaut wurde. Bis ich 17 Jahre alt wurde, hatte ich nie lange das gleiche Handy. Mir fehlte das Verantwortungsbewusstsein.

Nun frage ich mich, wenn ich damals so lange zu unreif war, mit einem Handy umzugehen, wie sollen dann 10 Jährige die nötige Reife besitzen. Insbesondere weil man mit dem Smartphone heute viel mehr Möglichkeiten hat. Ausserdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es für die Entwicklung von Kleinkindern förderlich ist, wenn sie bereits so früh Kontakt zu solchen Geräten haben. Meiner Meinung nach sind die Spielzeuge von früher (Holzklötze, Rasseln, Puppen) immer noch besser. Vielleicht irre ich mich, denn es hat zumindest den Vorteil, dass die Kinder später keine Schwierigkeiten haben, mit neuer Technik klarzukommen.

Meine Kinder werden aber mit den altmodischen Spielsachen aufwachsen und bis meine Tochter ein Handy oder Smartphone bekommt, werden bestimmt noch einige Jahre vergehen. Mir ist bewusst, dass der Gruppenzwang bei Kindern extrem gross ist. Wenn man gewisse Dinge nicht besitzt, wird es schwer, dazu zu gehören. Ich hoffe jedoch, dass meine Tochter meine Entscheidung später ebenfalls verstehen wird und mir dafür dankbar ist.

Wann habt ihr euer erstes Handy bekommen? Wie ist eure Meinung dazu und wie würdet ihr es machen, wenn ihr später einmal Kinder habt? Eure Meinung interessiert mich.

Quellen
Titelbild: https://blogflexperto.files.wordpress.com/2013/11/kleinkind-mit-tablet.jpg
Mädchenhttp://www.tipps-tricks-kniffe.de/wp-content/uploads/2013/02/kind-handy-smartphone_46461819_XS.jpg

miriam_born@gmx.ch'

Valkyrja

Ach wie gut dass niemand weiss, dass ich *** heiss 😀

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2 Gedanken zu „Generation Smartphone“

  1. Hallo Valkyrja
    Ich finde deine Entscheidung deiner Tochter im Moment weder ein Smartphone noch ein Tablet zu kaufen super.
    Obwohl ich keine Kinder habe würde ich, das glaube ich zumingst, ihnen auch solange wie möglich keine eigene elektronische Geräte kaufen. Einmal das der Eltern benutzen oder ein Spiel auf dem Computer spielen, warum nicht? Jedoch finde ich, können die Kinder so eine gute Verbindung zur Elektronik aufbauen. Ausserdem finde ich sehr wichtig,dass die Kinder auf mündlichem Wege lernen zu kommunizieren und sich an Abmachungen zu halten. Hat jedes Kind bereits ein Handy wird es schwieriger, dass sie sich draussen treffen und dies per Haustürklingel abmachen. Bei mir weiss ich noch, dass ich nur bei Freundinnen welche weiter weg wohnten zum Haustelefon greifen durfte. Mittlerweile muss ich mich selber an der Nase nehmen, wenn ich mich wieder einmal dabei erwische, wie ich etwas kurz per whats app verschiebe oder ändere. Schade ist, dass durch diese schnelle und unpersönliche Kommunikation alles unwichtiger wird und an Bedeutung verliert. Deswegen finde ich sollten die Kinder möglichst lange davor bewahrt werden und auch die Eltern sollten ein gutes Vorbild sein. Wenn ich da so sitze und schreibe nehme ich mir wie so oft vor, mich auch mehr an der Nase zu nehmen und mich wieder mehr auf die abgemachten Termine zu konzentieren, wie ich finde gar nicht so einfach in dieser schnelllebigen Gesellschaft.

  2. Hallo Valkyrja

    Was den Umgang elektronischer Geräte im Kindesalter angeht, habe ich vielleicht ein paar interessante Inputs für dich.

    Dr. Prof. Spitzer (Psychiater, Psychologe, Hochschullehrer) ist bezüglich diesem Thema eine interessante Persönlichkeit. Dieser warnt ausdrücklich vor dem stetig zunehmenden Konsum solcher Geräte im Jugend- und Kindesalter. Er stützt sich dabei auf die These, dass ein Gehirn gleich einem Muskel trainiert werden muss, um nicht abzuschwächen. Genau dort liegt das Problem. Hightech Geräte nehmen uns viele geistige Denkarbeit ab, was bei erwachsenen Person nicht zwingend schlimm sein muss. Jugendliche, bei welchen sich das Gehirn noch in der Entwicklung befindet, schlägt Spitzer allerdings Alarm. Als Beispiel dazu kann man das Tastaturschreiben nehmen. Ein handgeschriebener Text hinterlässt im Gehirn mehr Spuren, als wenn man ihn bequem am Computer schreibt. Das liegt mitunter daran, dass man mit der klassischen Methode einen komplexeren Vorgang tätigen muss, als beim banalen eintippen. Das Problem ist also, dass der wichtige kognitive Vorgang in unserem Denkorgan ausbleibt. Und genau dieser Vorgang hilft uns dazu, Dinge jeglicher Art zu merken, so Spitzer.

    Ein lernreicher Vortag zu diesem Thema in Form eines Videos, findest du hier.
    Spitzer redet nebst dessen auch über die bedenkliche Aufklärung seitens der Regierung, bezüglich Kindern und deren Umgang mit Medien.

    Danke für deinen Beitrag
    Gruss Manuel

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