Gleichberechtigung bleibt ein Thema

Während man in der Erwachsenenwelt um eine Geschlechterangleichung kämpft, wird den Kindern die Geschlechtertrennung vorgelebt. Mädchen sollen sich mit rosa, plüsch und Barbie beschäftigen, Jungen müssen sich für knifflige Technik und Weltraum interessieren.

Vor Tagen machte eine Geschichte eines jungen Mädchens die Runde.
Ein britisches Mädchen will Dinosaurier-Schuhe kaufen, doch der Verkäufer sagt ihr, die seien leider nur für Jungs. Etliche Frauen, darunter viele Wissenschaftlerinnen, twitterten daraufhin unter dem Hashtag #InMyShoes Bilder von sich während der Arbeit und zeigten sich damit solidarisch.

Nicht nur in der Schuhabteilung trifft man dieses Problem an, auch in anderen Kinderabteilungen ist die Geschlechtertrennung gang und gebe.

Gender-Marketing heisst dieses Phenomen. Es lebt von Klischees zwischen Weiblein und Männlein. Die Industrie verdient prächtig an der Rollenzuteilungen, was „typisch Junge“ oder „typisch Mädchen“ ist.

Auch die  Spielzeugindustrie trennt
Der Spielzeighersteller Lego macht davor keinen Halt, er hat eine Themenwelt für Mädchen lanciert. Wo es heisst Disney Prinzessinen, Treffpunkt zum Klatsch und Tratsch am Strand und Mode, anstelle der üblichen Jungs Abenteuer.
Lego fördert das räumliche Vorstellungsvermögen und wirbt damit, dass nun auch die Feinmotorik der Mädchen gestärkt wird.

Sie sind der Meinung, dass Mädchen nicht in dieselbe Schublade wie Jungs gesteckt werden wollen, man müsse den natürlichen Bedürfnissen der Kinder nachkommen.
Die Wissenschaftler wiedersprechen jedoch. Die Kinder wollen sich selbst und ihre Welt verstehen, man solle ihnen möglichst viele Erfahrungen ermöglichen, indem man gezielt auch untypische Mädchen oder Jungs Spielzeuge kauft.

Kinder kommen alle mit der gleichen Neugierde auf die Welt. Sie lernen extrem früh, durch Kommentare und Blicke, welche Geschlechterrollen ihnen zugeteilt wird.

Die Farben spielen eine wichtige Rolle
Rosa ist die Farbe für Mädchen, Jungssachen sind blau. Dabei war Rosa mal eine Jungsfarbe. Es galt als „kleines Rot“ , Rot die Farbe von Blut und Krieg, Leidenschaft und Kampf der Männlichkeit. Abgeschwächt wurde es zu Rosa und schien passend für die Männer in Kleinformat.

Blau war die Farbe der Jungfrau Maria und wurde daher mit dem zarten und anmutigen der Mädchen assoziiert. Erst seit den 60er-Jahren wurde Blau mit Uniformen und Arbeitsanzügen in Verbindung gebracht und somit auch den Männern zugeteilt.

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Pink für Mädchen Blau für Jungs

 

Die Kleinen setzen sich schon im Kindesalter mit den Geschlechterrollen  unbewusst auseinander. In die Zeit zurück versetzt, als die Frauen zwar arbeiten konnten, aber nur in ihrem traditionellen Rollenbildes, als Köchin, Telefonistin oder Sekretärin, ernst genommen wurden.

Dies hat sich Mittlerweile verändert. Frauen in der Gesellschaft stehen heute viele Wege offen, von Gleichberechtigung kann aber noch immer nicht in allen Bereichen die Rede sein.
Die Gleichberechtigung von Frau und Mann ist seit dem 14. Juni 1981 in der Bundesverfassung verankert. Darin enthalten ist auch der Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit. Trotzdem verdienen Frauen je nach Branche immer noch 6% bis 21 % weniger. Sie sind in relevanten Entscheidungspositionen wie auch auf höheren Posten in der Wirtschaft untervertreten und haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Ein ernst zunehmendes Thema. Kinder sollten möglichst früh lernen, was Gleichberechtigung heisst und auch bedeutet, damit sie, wenn sie mal Gross sind, sich nicht die Frage stellen müssen, warum sie nicht gleichviel verdienen wie ihre Arbeitskollegen.

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Gleiche Arbeit gleicher Lohn

 

Weitere Informationen und Quellen zum Thema:

«Warum können Mädchen keine Dino-Schuhe kaufen?» Eine 8-Jährige kämpft gegen Geschlechter-Klischees

Pink für Mädchen und Blau für Jungs: alles nur Klischee?

Frauenrechte in der Schweiz

Karin

Liebt gute Musik und guten Kaffee. Und ist eine begeisterungsfähige Begeisterte.

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