Halbzeit der Heiterkeit

Schabernack
Die Protagonisten treibens bunt.

Als die warme Sonne sich auf unsere, vom Wein geröteten Wangen legte, wussten wir, dass die Mitte der Woche angebrochen ist. Das frühe Aufstehen kombiniert mit einem Kater, welcher aus unserer gottlosen Völlerei entsprang, verhiess einen mühseeligen Leidensweg in Richtung Frühstückstisch, wo uns bereits Thomas mit einem neckischen Lächeln empfing.

Wir labten uns an den nahrhaften Speisen, welche dem Drang uns unserem Ungleichgewicht zu ergeben entgegenwirkten. Für Remo war dies sehr wichtig, da seine Standhaftigkeit bei seiner Präsentation auf die Probe gestellt wurde. Er meisterte dies vorzüglich; Remo tauchte den Saal in ein Fest des Wissens und überflieferte den wissensdurstigen Zuhörern seine Kenntnisse über das Mikrophon, ein Wunderwerk der Technik. Da der Mittag noch in weiter Ferne lag, gönnten sich einige nächtliche Rumtreiber ihren wohlverdienten Schlaf und füllten sich mit neuen Lebensgeistern.

Wiederum erweckte uns der himmlische Duft der kulinarischen Wundertaten unseres Koches. Nach dem sündig üppigen Mahl, war unsere Schaffenskraft erneut auf höchstem Niveau. Wir waren bereit. Mit Feder und Tinten bewaffnet bannten wir die idyllische Landschaft der ligurischen Küste auf unseren Malgrund (Papier). Unfassbare Meistertaten der gestalterischen Handwerkskunst wurden an diesem Tage vollbracht, an welchen sich die Menschheit noch lange ergötzen soll.

Nachdem wir von unserer abenteuerlichen Reise durch die Welt des Gestaltens zurückkehrten und in die heiligen Hallen des Speisesaals eintraten, schoss uns beim gewaltigen Anblick der traumhaft garnierten Vorspeisen eine salzige Träne  ins Auge. Wir erstarrten vor Ehrfurcht als wir ins Antlitz des, schon fast an Gotteslästerung grenzenden Hauptganges blickten.

Der Himmel verdunkelte sich aufs Neue, während die Trinklust der Protagonisten kontinuierlich anstieg und die Sünden der vergangenen Nacht nach und nach in Vergessenheit gerieten. Entgegen der ansteigenden Geldnot, entschied man sich den örtlichen Vertreiber, oktanbasierender Treibstoffe aufzusuchen, in der Hoffnung ein edles Destillat oder ein hopfenhaltiges blondes Gebräu zu erwerben.

Man flanierte, mit ungestilltem Durst und der festen Entschlossenheit dies zu ändern, entlang der nächtlichen Strandpromenade in Richtung Heiterkeit. Als eine geeignete Lokalität der schon viel zu oft erwähnten Trinksucht, erwies sich die Bar des gebürtigen Italieners Allesio, welcher uns die Sitten seines Landes lehrte.
Für weitere Geschehnisse dieses feucht fröhlichen Abends übernehmen die Protagonisten keine Haftung. Es sind keine Tiere zu Schaden gekommen.