How to: slow down the fashion

Sei ein Teil der Welle gegen «Fast Fashion».

Die Trends rennen an uns vorbei, so schnell wie noch nie. Wer im Moderennen dabei sein will, muss mitziehen. Auf sozialen Medien vermitteln uns Influencer die aktuellen «Must Haves», die «notwendig» sind, um einen modebewussten Lifestyle zu führen. Die Nachfrage wächst kontinuierlich. Modeketten bringen neue Kollektionen im Wochentakt. Die Preise sind unwiderstehlich tief, so dass sich jeder den aktuellen Trend leisten kann. In Industrieländern funkelt die Modewelt in Ihren Magazinen und Schaufenstern, während in den Herstellungsländern Mitarbeiter ausgebeutet und Ressourcen verschwendet werden.

Mehr zu diesem Problem findest du hier.

Lang lebe Kleidung

Mittelalter fashion gang
Eine «Fashiongang» im Mittelalter, die ihre Kleidung noch schätzte.

Bild: Wikipedia

Früher in der Schule lernte man noch das Nähen und Stricken. Man kaufte seine Kleider in lokaler Umgebung, tauschte Schnittmuster aus und reparierte seine Kleidung selber. Die Voraussetzung für Kleidung war Langlebigkeit, denn man besass in der Regel nur einige Freizeitkleider und ein einziges festliches Outfit.

Heute hat sich die Normgrösse eines Schrankes verdoppelt. Kleidung die so günstig ist wie noch nie, wird heute problemlos ausgewechselt. Die Taille zu weit, das Hosenbein zu lang oder ein Reissverschluss klemmt und schon landet ein Kleidungsstück in der Altkleidersammlung.

Und jetzt mal ehrlich: Eine Hose zu kürzen liegt quasi im Allgemeinkönnen, wie vergleichsweise ein Velo zu pumpen. Du kaufst dir deshalb auch nicht ein neues Fahrrad? Wer sich hinter die Nähmaschine setzt, anstatt sich eine neue Hose zu kaufen, kann bereits helfen die Umwelt zu schonen. Das Endresultat kann sogar besser aussehen als die Ausgangslage. Zudem lernt man zu schätzen, was man trägt. Die Berufe Schneider/in und Schuhmacher/in sind noch nicht ausgestorben. Unterstütze diese nachhaltige Produktionsweise. Diese Investition ist es definitiv wert, denn es wird nach deinen Massen und Wünschen gearbeitet.

Verbinde deine Reparaturen mit einem Besuch bei deiner Grossmutter. Sie kann dir in diesem Bereich gewiss auch weiterhelfen.

Gebrauchen statt verbrauchen

Es ist allzu naheliegend, dass beim Geschäftsmodell «Fast Fashion», welches auf Quantität und Profit setzt, die Qualität so irrelevant ist, wie ein Sandkasten in der Sahara. Das merkt man beispielsweise, wenn das «Sexy silk imitation Party Cocktaildress» nach dem Waschgang als «Mikrofaser-Putzlappen» daher kommt.

Einige wichtige Qualitätsmerkmale sind zu beachten:

  • Natürliche Materialien wie: Baumwolle/Viskose, Seide, Leine und Wolle sind meistens länger schön und hautverträglicher als beispielsweise Polyester und Acryl.
  • Achte auf die Nähte: Sind die Fäden am Ende lose oder verriegelt? Sind die Stiche gleichmässig? Sind die Nahtzugaben grosszügig (mind. 1 cm)? Sind beanspruchte Nähte, wie der Ärmeleinsatz und die Schrittnaht, doppelt gesteppt?
  • Fadenlauf: Bei genauem Hinschauen erkennt man die Webrichtung des Stoffes. Diese sollte möglichst vertikal und rechtwinklig zum Schnitt verlaufen. So bleibt das Kleidungsstück formstabil.
  • Passform: Probiere die Kleidung immer vor dem Kauf an. Führe einige Bewegungen durch, um ausschliessen zu können, dass das Kleidungsstück spannt.
  • Robuste Verschlüsse: Sind die Knöpfe mit einem dicken Faden angenäht und keine losen Fäden vorhanden? Öffne und schliesse den Reissverschluss einige Male, lässt er sich danach nur noch stockend schliessen, so ist er qualitativ minderwertig.

EinFluss durch soziale Medien

Wer im Internet surft, muss auch mit einer Welle voller Werbung rechnen/surfen. Personalisierte Werbung zieht den Konsumenten geschickt an Bord und schnell verfängt man sich im Netz des Onlineshoppings. Influencer sorgen dafür, dass alle mit dem Strom schwimmen. Meistens betrifft es junge Menschen, die angesehene und stark präsente Persönlichkeiten auf Instagram oder YouTube verfolgen. Diese Werbung ist effektiv. Man identifiziert sich automatisch mit solchen Personen und erkennt schlussendlich die reine Marketingstrategie nicht. Schleichwerbung gerät auf jedes Foto und Video, wie Schadstoffe ins Meer.

Auch du kannst EinFluss auf das «World Wide Web» nehmen. Denn jeder auch so kleine Bach landet schlussendlich im weiten Meer. Hilf mit, auch anderen zu zeigen, dass Influencer kein Vorzeigeleben führen und man sich daher nicht ständig mit anderen Personen vergleichen sollte. Tauche in die vielfältige Welt des Vintage und finde verborgene einzigartige Schätze. Um die Gesellschaft zu sensibilisieren braucht es unbedingt eine Gegenbewegung. Einen Tsunami.

Secondhand

Was gibt es schöneres als Kleidung weiterzugeben. Die Wiederverwendung getragener Kleidung bringt nur positive Eigenschaften mit sich. Du sparst Geld oder tauschst deine alte Kleidung gegen neue. Ausserdem kommt es selten vor, dass du jemandem mit dem gleichen Outfit über den Weg läufst. Flohmärkte sind mittlerweile beliebte Veranstaltungen. Du kannst problemlos shoppen bis zum Umfallen, ohne dass eine Nachfrage registriert wird.

Flohmi-Flyer gestaltet mit Adobe Spark

Wir haben einen Flohmarkt organisiert. Wir wagten einen grossen Schritt der Gegenbewegung. Der Sinn dieser Veranstaltung war es, ein Zusammenkommen zu organisieren, bei dem man Kleider austauscht oder zu günstigen Preisen kauft.

Der Flyer hing in Solothurn am Hauptbahnhof und machte die Runde in den Sozialen Medien, vor allem auf Instagram. Die Veranstaltung erreichte auf Facebook über 110 Interessenten. Wir wollten vor allem ein junges Publikum erreichen und waren vorerst sehr gespannt auf die Besucher.

Um Punkt 12:00 Uhr standen bereits fünf junge Frauen mit Kleidersäcken vor der Tür! Wir wurden sehr positiv überrascht. Einige kamen sogar mit dem Zug von Biel bis nach Solothurn. Die Frage «Wann findet der nächste statt?« hörten wir in einem Takt von fünfzehn Minuten. Die Genossenschaft Kreuz bot uns ihre Räumlichkeiten an, um von nun an diese Veranstaltung monatlich durchzuführen.

Tauschen und Kaufen in vollem Gange.

Wir konnten zahlreiche Jugendliche im Umkreis Solothurn sensibilisieren. Viele zeigten das Interesse und den Willen ihr Konsumverhalten zu ändern. Sei auch du das nächste Mal dabei!

Autoren: Julia Taras und Lou Tschumi

6 Gedanken zu „How to: slow down the fashion“

  1. Liebe Lou, liebe Julia. Ich gehe nun auf den «ersten Eindruck» ein und die Bilder. Mir fällt auf, dass es sehr grosse Textblöcke sind, was das Lesen teilweise erschwert. Die Bilder entsprechen einer guten Mischung aus informativ und ästhetisch. Inhaltlich finde ich es unheimlich toll geschrieben, ihr hättet aber auch hier teilweise ein paar Sätze so umschreiben können, dass die gleiche Anzahl Informationen mit weniger Wörter hätte übermittelt werden können. Informationen müssen dem Leser ja Häppchenweise gefüttert werden, damit er dran bleibt. Bei der Problemstellung fand ich die Wahl der Titel sehr interessant, vor allem das sie zusammengehörig wirken (das Feuer Thema). Ebenfalls finde ich es toll, das ihr zwar die Informationen liefert, die man bereits im Hinterkopf hat, jedoch zusätzliches liefern, wie der Input mit den Influencern. Ich war an eurem Flohmarkt/Kleidertausch und ich finde es unglaublich toll, dass ihr nicht nur von etwas schreibt, sondern es auch selbst in die Tat umsetzt. Ach, und danke für die Tipps zu den Qualitätsmerkmale. Super!

  2. Liebe Julia, Liebe Lou

    Das Thema Fast Fashion ist sehr aktuell und extrem wichtig. Wie ihr in eurem Beitrag erklärt, auf was beim Einkaufen geachtet werden kann und mit wie wenig Aufwand einen Beitrag zur Gegenbewegung für dieses Problem geleistet ist, finde ich sehr gut.
    Das Problem von Fast Fashion ist nicht vom Einen Tag auf den Nächsten gelöst, doch ihr helft aktiv mit das diese Welle vorwärtskommt. Ich war an eurer Veranstaltung selbst auch dabei und war eine die gefragt hat wann der Nächste stattfindet. Viele meiner Freunde wären gerne auch gekommen, jedoch fehlte ihnen an diesem Samstag die Zeit. Doch da ihr vorhabt dies regelmässig zu organisieren, finden sicher auch diejenigen Zeit, die es beim letzten Mal verpasst haben. Ich kann es nur empfehlen!

    Freundliche Grüsse

  3. Liebe Lou und liebe Julia

    Euer Artikel über das Thema Fast Fashion ist sehr mitreisend. Ihr habt das Problem gut beschrieben und was ich toll finde, ihr habt nützliche Tipps und Tricks dem Leser mit auf den Weg gegeben. Man kann in euren beiden Blogs gut euer Interesse heraus hören.
    In euren Blogs zeigt ihr auch gut auf von wo überall Einflüsse kommen und wie sie sich auf das Konsumverhalten auswirken.
    Sehr beeindruckend finde ich auch, dass ihr einen “Flohmi” in der kurzen Zeit auf die Beine gestellt habt.

    Welche Frage für mich zum Schluss jetzt noch offen bleibt ist klar was mit allen Arbeitsplätzen passieren würde, im Falle dass die ganze Kleidungsindustrie den Bach herunter geht?

  4. Liebes Team
    Ich finde eure Arbeit sehr beeindruckend. Ihr habt in dieser kurzen Zeit nicht nur zwei gut recherchierte Artikel verfasst, ihr habt sogar noch einen eigenen Kleidungs Flohmarkt auf die Beine gestellt. Chapeau!
    Eure Schreibweise hat mir sehr gut gefallen. Ihr habt es geschafft das Kind beim Namen zu nennen und den Leser mit einer klaren und verständlichen Wortwahl mitzureissen. Ich musste das eine oder andere mal schmunzeln als ich eure Texte gelesen habe. Nicht weil es ein lustiges Thema ist, ganz und gar nicht, doch Ihr habt eure Texte mit so guten Vergleichen und einem gewissen Witz bestückt. Dies bereicherte das Leseerlebnis ungemein.
    Auch bei mir hat in letzter Zeit ein Umdenken in Sache Kleidung begonnen und eure Arbeit hat mich noch einmal darin bekräftig, diesem Thema in Zukunft noch mehr Beachtung zu schenken. Vielen Dank euch dafür!

  5. Liebe Lou und Julia

    Hiermit würde ich gerne meine Meinung äussern, welche weitgehend positiv ausfällt. Das Thema mit welchem ihr euch befasst habt, ist zurzeit sehr aktuell und deshalb auch gut ausgewählt. Mit dem Titelbild weckt ihr direkt das Interesse des Lesers. Mir gefällt der Schreibfluss welcher durch den gesamten Beitrag gezogen wurde. Zudem wurde die Wortwahl sehr sorgfältig und Bedacht ausgewählt. Der Beitrag regt den Leser zum Nachdenken an und zudem gelangt er an neues Wissen. Das ihr direkt die Initiative ergriffen habt und euch an einen Kleidertausch gewagt habt, finde ich grossartig. Einen Punkt welcher ich zu bemängeln habe, sind die eher grossen Textblöcke, welche das Lesen ein wenig erschweren. Doch letztendlich erkennt man, dass ihr euch intensiv damit befasst habt und euch das Thema auch am Herzen liegt. Es sollte mehr in der Gesellschaft verbreitet werden. Ihr habt somit eine Initiative ergriffen, diesem immer grösser werdenden Problemen entgegen zu wirken.

    Mit freundlichen Grüssen

  6. Liebes Team Lou und Julia

    Zunächst muss ich loswerden, dass mich das Thema, welches ihr behandelt habt sehr anspricht. Ich finde ihr habt die Problemstellung gut veranschaulicht und interessante Vergleiche aufgezeigt. Es ist kein Wunder, dass sich so eine hohe Anzahl an Personen für euer Projekt Flohmarkt zu verfügung gestellt haben, bei dem Witz und Enthusiasmus, den ihr für das Problem Fast Fashion daher bringt.
    Der Aufbau ist verständlich, auch wenn man etwas kürzere Absätze hätte machen können.
    Die gewählten Bilder drücken das wichtigste aus und unterstützen den Leser auf seiner Reise durch eure Artikel.
    Ich, für meinen Teil, werde mit Sicherheit auch noch an zukünftigen Flohmärkten mit dabei sein!

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