Jerry Norman Uelsmann

Ist es heutzutage überhaupt noch möglich, ohne Digitale Techniken Bilder zu kreieren? Ja, ist es!! Jerry Uelsmann macht auch in dieser Zeit die genialsten Fotomontagen. Auch ohne Photoshop!

 

Alle Bilder von Jerry Uelsmann entstehen in seiner Dunkelkammer in Gainsville. Eine Dunkelkammer ist ein lichtdichter Raum, in dem nur Spezialbeleuchtungen sind. Jeder seiner Bilder ist seine ganz persönliche Neuerschöpfung, da jedes Motiv vom anderen abweichen kann. Jerry Uelsmann hatte lange vor der Digitalen Technik, die Möglichkeiten mit der Dunkelkammer seine Bilder zusammen zubringen und zu perfektionieren. Seine surrealistische Denkensweise ermöglichte ihm Motive wie Wasserfälle, Bilderrahmen, Tische, Bäume, Augäpfel und menschliche Körper zu vereinen. Da er schon immer in der Überzeugung war, dass unser Gehirn mehr wahrnimmt als unser Auge. Vor unseren Augen entstehen Traumwelten. Es ist ein langer und spannender Weg bis zu einem fertigen Foto von Jerry Uelsmann.

«Letztlich ist meine Hoffnung, mich zu überraschen. Die Vorfreude auf die Entdeckung neuer Möglichkeiten wird meine grösste Freude.»

Es begann alles in seiner Dunkelkammer im Jahre 1967, als er erkannte, wie das Negativ funktioniert. Ein Negativ ist ein Verfahren, dass das Material umkehrt. Dunkles wird hell und helles wird dunkel. Er begann mit der „Sandwichmethode“, wie er sie nannte. Jerry Uelsmann legte zwei oder mehrere Negative sandwich-artig aufeinander,  wobei die  schwarzen Flächen des Negativs die klaren des anderen blockieren und die klaren Flächen alle Motive durch lassen. Ist dann ein Foto fertig werden die schwarzen Flächen klar und die klaren werden schwarz.

Dazu kommt die Verwendung der Negativen. Das Fotopapier wird nacheinander mit den unterschiedlichen Bereichen des Negativs belichtet. Und erst durch mehrere Negative nacheinander, entsteht ein Foto. Die Auswahl des Fotopapiers ist auch sehr wichtig, denn es kann zu verschiedenen Effekten führen, wie auch die Länge der Entwicklung oder die länge der Belichtungszeit.

Jerry Uelsmann arbeitet weiterhin in seiner Dunkelkammer, trotz den technischen Fortschritten. Denn er findet, dass sein kreativer Prozess bleibt untrennbar mit der Dunkelkammer. Jerry Uelsmann ist einer der wenigen Fotografen, die diesen Prozess mit Motiv und Licht ohne digitale Technik perfektioniert hat.

«Ich habe Verständnis für die aktuellen digitalen Revolution und durch die visuelle Optionen, die von dem Computer aufgeregt. Allerdings glaube ich, meine kreative Prozess bleibt untrennbar mit der Alchemie der Dunkelkammer verbunden.»

Mit seinen Fotografien ermöglicht Jerry, dem Betrachter den Rahmen zu überschreiten. In seinen Bilder kann man seine eigenen Interpretationen machen, und durch seine Darstellungen wird dies möglich.  Jerry Uelsmanns Merkmale in seinen Arbeiten zeichnen sich vor allem durch schwarz,weiss und einer grossen Komplement von  Grau- und Mitteltöne aus.  Dazu verwendet er einen starken Kontrast.

 

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3 Gedanken zu „Jerry Norman Uelsmann“

  1. Liebe Martina,

    Ich finde deinen Beitrag sehr interessant. Wir haben bereits in der Schule darüber diskutiert, wie faszinierend Jerry`s Werke sind. Seine Bilder wecken Emotionen, welche bei einer Betrachtung von nur einem Objekt ohne die Kombination Jerry`s nie entstanden wären.

    Ich habe mich nun sofort gefragt. Du hast ja deine IDPA mit diesem Thema erarbeitet. Hast du auch in einer Dunkelkammer gearbeitet?
    Liebe Grüsse Nadja

  2. Liebe Martina

    Wow, eindrückliche Arbeit von Jerry Uelsmann. Ich kannte den Künstler bis jetzt noch nicht, aber ich muss mich sehr wahrscheinlich bei gegebener Zeit mehr mit ihm auseinandersetzen.

    So wie ich das verstehe, sprichst du in deinem Lead drauf an, dass das analoge Kombinieren von mehreren Fotografien in einem Bild nicht mehr in Mode ist. Da kann ich dir nicht ganz zustimmen, denn die Lomokameras sind schwer am kommen. Mit den billigen Modekameras von «Lomography» kannst du auch mehrere Fotos auf ein Bild klatschen. Der Unterschied zu Uelsmanns Bilder ist jedoch, dass man erst nach dem Entwickeln des Filmstreifens weiss, was man verbrochen hat.

  3. Liebe Martina

    Ich erachte die Bilder als sehr eindrücklich. Mich fasziniert die Verschmelzung zweier Bilder zu einem. Es entstehen tolle Effekte und irreale Bildinhalte. Genau dieses Kuriose gefällt mir sehr gut. Es regt das Gehirn zum denken an.

    Vor kurzem habe ich einen Beitrag gesehen, bei dem zwei Street Art Künstler einen Teil eines Baumes durch die Malerei verschwinden liessen. Es wurde der Eindruck vermittelt, dass der Baum schwebt. Ich könnte mir vorstellen, dass dir das auch gefallen könnte.

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