Mazedonien – meine Heimat

Im Juni 2002 sind meine Familie und ich in die Schweiz immigriert. Grund dafür ist vor allem die grosse Arbeitslosigkeit, die jungen Leuten und Familien keine Perspektive bietet. In meiner Heimat schloss ich die 3. Klasse ab und dann sind wir hierher gezogen. In der Schweiz musste ich die 3. Klasse wiederholen, damit ich die Sprache besser lernen kann. Ich ging normal in die Primarschule und durfte zusätzlich in den Deutschkurs mehrmals pro Woche. Obwohl ich in der Schweiz seit fast 13 Jahren lebe, habe ich meine Heimat und meine Muttersprache nicht vergessen, und mich zieht’s ab und zu dorthin. Weil man von Mazedonien nicht viel hört oder nicht so bekannt ist, möchte ich euch es heute ein bisschen näher bringen.

Mazedonien ist ein Binnenstaat und liegt zentral auf der Balkanhalbinsel. Es grenzt im Norden an Serbien, im Osten an Bulgarien, im Süden an Griechenland, im Westen an Albanien und im Nordwesten an den neu gegründeten Staat Kosovo.

Karte Mazedonien
Karte Mazedonien

Die Hauptstadt ist Skopje. Dort befindet sich auch der internationale Flughafen des Landes.

Fast das ganze Land besteht aus Gebirgen und Hügelländern. Nur entlang der größeren Flüsse und in den Beckenlandschaften ist es relativ flach. Im Südwesten an der Grenze zu Albanien hat Mazedonien je etwa zu zwei Dritteln Anteil am Ohrid- und Prespasee. Diese Seen sind durch Tektonik in einer geologischen Schwächezone der Erdkruste entstanden. Der Ohridsee ist sehr tief; beide Seen, die Stadt Ohrid und der Nationalpark Galičica zählen zum UNESCO-Welterbe.

Den Ohridsee teilt sich Mazedonien mit Albanien. Er ist der grösste See des Landes, einer der grössten auf der Balkanhalbinsel und einer der ältesten der Erde.
Den Ohridsee teilt sich Mazedonien mit Albanien. Er ist der grösste See des Landes, einer der grössten auf der Balkanhalbinsel und einer der ältesten der Erde.

Mazedonien liegt im Blauen Herz Europas.

Mazedonien ist ethnisch gemischt. Neben der größten Volksgruppe, den Mazedoniern, die etwa 64 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen, gibt es eine große Minderheit an Albanern (25 %). Auch kleinere Minderheiten von Türken (3,85%), Roma (2,66 %), Serben (1,78 %), Bosniaken (0,84 %) und Aromunen/Meglenorumänen (0,48 %) und anderen Ethnien (1,04 %) sind vorhanden. Durch diese Situation gab und gibt es immer wieder ethnisch motivierte Konflikte, vor allem zwischen Mazedoniern und Albanern.

Das Orthodoxe Christentum und der Islam prägen zusammen seit Jahrhunderten das Gebiet des heutigen Mazedoniens.

Die Grössten Städte:

Skopje:
Hauptstadt und gleichzeitig grösste Stadt von Mazedonien. Sie liegt inmitten eines schönen Bergpanoramas im Nordwesten der Republik. Der Vardar – der grösste Fluss Mazedoniens – teilt Skopje in Nord- und Südhälfte. Die mazedonische Hauptstadt  vermittelt Optimismus mit tollen Bauwerken, viel Grün und sehr unterschiedlichen Stadtvierteln. Dank einer lebendigen Studenten- und Kunstszene ist auch am Abend viel los. Beste Zeit für einen Besuch in Skopje sind Frühling und Herbst. Die Sommer sind heiss und trocken – die Winter kalt. Der wärmste Monat ist der Juli mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius.

Skopje Altstadt
Skopje Altstadt

Ohrid:
Die Stadt am gleichnamigen See ist fast kein Geheimtipp mehr. Aufgrund der mediterranen Atmosphäre gilt die Gegend als mazedonische Riviera. Der See ist einer der ältesten und tiefsten Europas. An seinen Ufern finden sich schöne Strände, umrahmt von hohen Bergen und angeblich 365 Kirchen und Klöster (eine für jeden Tag, wie die Mazedonen stolz sagen). Auf einer nahen Klippe über dem See steht das berühmte Kloster Sveti Naum, auf dessen Anlage wilde Pfauen leben und recht zutraulich sind. Oberhalb der Stadt Ohrid gibt es eine berühmte Ausgrabungsstätte. In Ohrid finden viele kulturelle Events wie das «Balkan Folklore Festival», der «Ohrid Schwimm-Marathon» und das «Ohrid Sommer Festival» statt.

Ohrid
Ohrid

Mavrovo: Grösster Nationalpark des Landes
Der schönste Nationalpark mit einer Fläche von über 70.000 Hektar. Zahlreiche glasklare Wildflüsse durchziehen die abwechslungsreiche Landschaft. Ideal für Outdoorvergnügen und Wintersport. Die Schluchten des Radika gelten als besonders schön. Steht der Besucher in dessen Baric-Schlucht, ist oft nur noch ein schmaler Streifen Himmel zu erkennen, links und rechts erheben sich steile Felswände. Im Fluss tummeln sich reichlich Forellen. In den Bergen des Mavrovo liegen 17 ehemalige Gletscherseen. Der größte See im Nationalpark ist der künstliche Mavrovo-Stausee. Mittendrin steht eine Kirche halb im klaren Wasser.

Mavrovo
Mavrovo

 

Quellen:
Titelbild: http://4-seasons.de/magazinartikel/im-herzen-des-balkan-reiseplaner-mazedonien
Karte Mazedonien: http://wikitravel.org/de/Datei:Karte-mk.png
Ohridsee/Ohrid: http://wikitravel.org/de/Datei:Karte-mk.png
Skopje Altstadt: http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=1738972
Mavrovo: http://4-seasons.de/magazinartikel/im-herzen-des-balkan-reiseplaner-mazedonien
Text: http://4-seasons.de/magazinartikel/im-herzen-des-balkan-reiseplaner-mazedonien

Liridona Abdulai

Hallo du da... - Hochbauzeichnerin - karrieretechnisch noch nicht viel vor Augen - deshalb die gestalterische Berufsmaturität..

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2 Gedanken zu „Mazedonien – meine Heimat“

  1. Hallo Liridona

    Ich habe bis jetzt nicht viel von Mazedonien gehört und freute mich deinen Blog zu lesen. Die Bilder uns Beschreibungen sind sehr schön und ich könnte mir dieses Land als nächstes Ferienziel vorstellen. Gibt es den einen Ort den du mir besonders empfehlen könntest?
    Was mich auch interessiert ist, wie du den Umzug in die Schweiz empfunden hast. Hattest du keine Mühe damit? Und hast du heute noch Kontakt zu deinen damaligen Freunden?

    Liebe Grüsse Rahel

    1. Hallo Rahel

      Danke für deinen Kommentar. Da ich selber ganz Mazedonien noch nicht entdeckt habe, würde ich vor allem Ohrid und Skopje empfehlen. Beide Orte haben eine wunderschöne Altstadt und der Ohridsee ist auch ganz schön.
      Ich persönlich habe den Umzug weder ganz schlimm noch ganz einfach empfunden. Ich konnte zwar kein Deutsch sprechen, jedoch hatte ich eine wunderbare Klasse, die mir immer geholfen hat und versucht hat mir jedes Wort, welches ich nicht verstanden habe, zu erklären. Dadurch habe ich mich sehr wohl gefühlt und mich auch schnell integriert.

      Gruss Liridona

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