Multitasking auf der Strasse?

Hallo ihr autofahrenden Leute. Ist euch schon einmal aufgefallen was genau während des Fahrens passiert? Wie viele verschiedene Aktionen von euch ausgeführt werden ohne dass ihr gross darüber nachdenken müsst? Nun endlich bin auch ich ab und zu auf der Strasse anzutreffen. Allerdings noch in Begleitung eines Fahrlehrers oder einer Fachperson.

Aller Anfang ist «mühsam».

Letzten Freitagnachmittag wagte ich mich zum zweiten Male an die Theorieprüfeng der Kategorie B. Nach langem Übungsbogen Ausfüllen am Laptop und am Rande der Verzweiflung, weil ein grosser Teil der Fragen, meiner Meinung nach bloss zur Schikane dient, tat ich diesen Schritt. Mit Erfolg. Ich bestand meine Prüfung mit dem Maximum an erlaubten Fehlern.

Nun hemmt mich dies lange nicht auf die Strasse zu gehen und sie neu zu entdecken.
Ganze fünf Tage brauchte mein Lehrfahrausweis, bis er in meine Hände gelangte doch wir verstanden uns von Anfang an.

Die Sache wird ins Rollen gebracht.

Mit täglichem Quengeln und Bitten bearbeitete ich meinen Vater um mit mir ins Auto zu steigen, was dann auch geschah.
Ich wurde ins kalte Wasser geworfen und fand mich sogleich fahrend auf der Strasse wieder, was sich als riesen Abenteuer gestaltete. Einfach lenken und aufs Gaspedal drücken waren ein Kinderspiel, was leider zum Autofahren nicht genügt.
Schon allein das Anfahren gestaltete sich enorm schwierig. Wie sollte ich das Zusammenspiel von Gas und Kupplung in den Griff bekommen, wenn ich keinen Schimmer hatte, was genau unter meinen Füssen geschah?! So folgten mehrere, sich wiederholende Anfahr-Schalt-Brems-Übungen auf einer unbefahrenen Nebenstrasse. Nun begriffen um was es geht, hakten wir uns wieder in den Verkehr ein. Enorm viele Abfolgen von bremsen, blinken, kuppeln, Gas geben, schalten, beobachten, lenken, zuhören und einfach funktionieren waren überfordernd für mich. Unfassbar  wie viel Personen täglich im Verkehr funktionieren.
«Alles Übungssache» kann sein, doch muss man wohl Anfänger sein um zu realisieren wie viele Dinge teils gleichzeitig ausgeführt werden müssen.

Zig gebrauchte Nerven später erreichten wir unsere Einfahrt wieder. Ohne viel Worte darüber zu verlieren stiegen wir gesund und unversehrt aus dem Auto.
Viele Eindrücke wirkten auf mich und dennoch freue ich mich darauf mich ein nächstes Mal ans Lenkrad zu setzen

8 Gedanken zu „Multitasking auf der Strasse?“

  1. Wie gut ich mit dir mitfühlen kann!
    Zur Zeit befinde ich mich in einer ähnlichen Situation, denn ich mache ebenfalls als „Löli“ die Strassen unsicher. Ab und zu frage ich mich, wie es sein kann, dass ich noch keinen Unfall gebaut habe. Denn ich erwische mich oft beim Abbiegen ohne Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer oder beim missachten der Vortrittsregeln und der Geschwindigkeitslimite. Ich bin 19 Jahre alt und finde ebenfalls, dass es sehr anspruchsvoll ist, all diese wichtigen Sachen gleichzeitig zu beachten. So fragte ich mich, als ich dein Artikel gelesen hatte, wie es sein kann dass sich in Amerika bereits 16 Jährige hinters Steuer wagen. Ich weiss ja nicht ob ich vor drei Jahren bereits fähig gewesen wäre, sicher ein Auto zu lenken?
    Ich weiss nicht so recht was ich von dieser Gesetzesregelung halten soll, was meinst du dazu?
    Viele Grüsse, Angela Ringgenberg

    1. Liebe Angela
      Ich finde deine Frage, in Amerika mit 16 Jahren schon lenkberechtigt zu sein und mit dem ganzen Verkehr und dem Auto zurecht zu kommen äusserst berechtigt . Dazu möchte ich aber anfügen, dass in Amerika meist automatik geschaltene Autos gefahren werden und so einem jedenfalls den „Stress“ von kupeln und Schalten abgenommen wird. Ich denke das vereinfacht das Fahren schon um einiges.

  2. Liebe Rahel
    Ich persönlich habe mir geschworen die Autoprüfung erst zu machen wenn ich mir das 100% zutraue (was wohl noch dauern wird), da ich grossen Respekt vor der Strasse habe. Mit dem Spruch:«Ach was Iris du chasch das au, praktisch jede Trottel chan Autofahre». Hat man mir weniger einen Gefallen getan, da genau dieser Trottel mir Angst macht. Die eigenen Fähigkeiten sein Auto zu steuern und heil ans Ziel zu bringen sind ja das eine, doch was ist wenn der Trottel auftaucht und dich zu Brei fahrt? Auf der Strasse ist man leider vom Trottel abhängig.
    Und ich möchte mich vor allem nicht als einer dieser Trottel entpuppen, da ich mir ziemlich sicher bin, dass ich eher Katzen nachsehen würde als mich auf die Strasse konzentrieren

    1. Liebe Iris
      Ich respektiere deine Ansichten bezüglich diesem Thema. Tatsächlich ist grosses Vertrauen in die anderen Verkehrsteilnehmer gefragt. Jedoch müssen wir auch sonst im Leben vielem unser Vertrauen schenken. So kann ich mich an deine Geschichte vom in-Ohnmacht-fallende Buschaufeur erinnern und denke, dass es in diesem Fall auch hätte anders enden können.

      Aber lass dich nicht bedrängen von Menschen, die dich gerne am Steuer sähen. Du wirst auch ohne Autoprüfung durchs Leben kommen. 🙂

  3. Liebe Rahel,

    Ich weiss genau wie du dich fühlst. Vor 4.5 Jahren war ich in der gleichen Situation wie du jetzt. Aller Anfang ist schwer. Und jeder machte oder macht das gleiche durch.

    Je mehr du mit deinen Eltern oder dem Fahrlehren auf die Strasse gehst, desto sicherer wirst du werden im Umgang mit dem Auto. Vor allem ist es wichtig, dass du immer die Ruhe bewahrst. Auch wen ein Idiot hinter dir fährt und «lichthüpelet. Solche werden dir öfters begegnen, und es sollte dir egal sein. Auch sie haben einemal mit dem Autofahren begonnen.

    Also Übung macht den Meister. Ich wünsche dir viel Erfolg beim Autofahren und das du nichts über den Haufen fährst.=)

  4. Liebe Rahel

    Genauso habe ich meine ersten Fahrstunden mit meiner Mutter auch erlebt. Die ersten Kilometer getraute ich mich nur auf verlassenen Feldwegen zu fahren, immer in der Angst, ein landwirtschaftliches Fahrzeug könnte mir entgegen kommen. Das Geräusch, wenn ich den Gang nicht richtig eingelegt hatte, macht mir heute noch Angst. Einmal musste ich im Nachbardorf am Hang eine Hauptstrasse überqueren und mitten auf der Strasse starb der Motor ab. Ich habe Blut geschwitzt vor Anspannung und einige Tage auch weitere Lernfahrten verzichtet. Aber mit der Zeit gehts dann flotter und allen Unkenrufen zum trotz habe ich die Fahrprüfung bestanden. Heute fühle ich mich einigermassen verkehrstauglich und kann mir manchmal ein Grinsen nicht verkneifen, wenn vor mir ein „L“ am Hang anfahren muss.
    Also, viel fahren und mutig einfädeln.

  5. Liebe Rahel

    Ich stimme Martina zu. Übung macht den Meister. Auch bei mir war das so. Ich habe erst vor etwa 1.5 Jahren die Prüfung gemacht und ich brauchte ziemlich viele Stunden. Das meine Familie nie ein Auto hatte, war manchmal nicht hilfreich, doch auch ich habe die Freude am Autofahren entdeckt.

    Es ist einfach wichtig, dass man immer aufmerksam ist und auch auf die anderen Verkehrsteilnehmer achtet. Diese sind manchmal auch nicht bei der Sache und haben sich komische Fahrweisen angewöhnt. Doch ich will Iris und dir keine Angst machen, denn Autofahren ist schon eine schöne Sache, wenn man ein paar Regeln befolgt. Es hat auch ein paar Vorteile gegenüber dem ÖV. Man kann sperrige Sachen transportieren, man muss die Duftwolke der anderen Passagiere nicht ertragen und man muss nicht auf den Fahrplan achten.

    Ich wünsche allen, die mit Autofahren beginnen oder schon begonnen haben, viel Glück und Erfolg und vor allem Spass. Seid immer aufmerksam und lasst euch nicht entmutigen. Der Anfang ist immer schwer und auch Schumacher hat klein angefangen.

    Liebe Grüsse
    Maria

  6. Liebe Rahel

    Ich gratuliere dir nochmals zum Lehrfahrausweis und somit auf den Einzug ins Verkehrsleben! Auch wenn es bei mir schon eine Weile her, weiss ich genau wovon du sprichst. Ich konnte vorerst auch nicht verstehen wie so viele Menschen so viele Tätigkeiten auf einmal meistern können. Es ist jedoch tatsächlich so, dass wir Menschen fähig sind, multitaskingmässig zu funktionieren. Es liegt quasi in unserer Natur. Wer weiss vielleicht sind wir gemacht dafür ein Auto zu fahren. Was ich damit zum Ausdruck bringen will ist, dass es wirklich Übungssache ist und du wirst dich mit der Zeit daran gewöhnen und dein Körper wird wie fast von allein regieren. Ich kenne, wie wahrscheinlich viele von uns, eine menge Leute, die sogar noch mehr auch einmal tätigen können beim Fahren als nur das Auto korrekt auf der Strasse zu Bedienen. Zum Beispiel, telefonieren diese beim Fahren, trotz Verstoss gegen die Regeln. Ich selbst wollte schon gegen das Gesetz verstossen, doch mir gelingt es bis heute nicht das Telefon und zugleich das Fahrzeug zu bedienen. Ich möchte dich keinesfalls zum Versuch überreden.

    Des weiteren wünsche ich dir viel Erfolg und Spass beim Fahren und Slow down take it easy!

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