Robbe in Plastikseilen gefangen

Only plastic left alive

675 Tonnen in der Stunde weltweit; 1/2 davon Plastik
4.8 – 12.7 Millionen Tonnen im Jahr; 8 Millionen Tonnen = dreimal die Fläche von Berlin, Manhattan versinkt 34mal knöcheltief im Müll
Plastik bleibt 500 Jahre lang
5 riesige Plastikinseln in den Weltmeeren; 3 davon erforscht
Plastikinsel im Nordpazifik = Fläche von Europa
Zehntausende Plastikteile pro Quadratkilometer Wasseroberfläche
sechsmal mehr Plastik als Plankton

Wir alle wollen es, wir alle brauchen es. Es ist gar undenkbar für uns, ohne es zu leben. In diesem Moment berühren wir es. Es ist überall. – Plastik.

Plastik ist aus unserem Leben kaum mehr weg zu denken und so ist es leider auch mit unserer Umwelt. Gerade für die Weltmeere ist dies eine grosse Belastung, wie die oben genannten Zahlen uns dramatisch verdeutlichen.

Das grösste Problem bei der durch uns produzierten Plastikverschmutzung im Wasser ist Mikroplastik.

Was ist Mikroplastik? Oder: Kannst du deiner Zahnpasta noch vertrauen?

Zahnpasta mit Mikroplastik
Der Tod im Menthol-Mäntelchen

Man spricht von zwei Sorten von Mikroplastik; zum einen gibt es den, der sich durch die Zersetzung grosser Plastikteile bildet, zum anderen den industriell hergestellten.

Ersterer entsteht durch die Einwirkung von UV-Strahlen und Wasserströmungen auf die Plastikteile im Meer. Diese zersetzen sich zu Sand ähnlichem Staub.
Zweiterer kommt vorallem in Hygiene- und Kosmetikartikel vor. Ob in Zahnpasta um dir ein weisses Lächeln zu schmirgeln oder Duschgel und Gesichtsseife mit Peeling-Effekt um dich von deiner letzten Hautschicht verabschieden zu können – der Plastikstaub begleitet uns durch den Alltag.

Darstellung der zwei Sorten von Mikroplastik

 

WAS GENAU ABER IST DAS TÜCKISCHE DARAN?

Mikroplastik wird genau so hergestellt wie andere Plastik auch, da die Produktion jedoch ein grosses Geheimnis ist, kann nicht weiter erläutert werden, wie das Ganze funktioniert. Das sandartige Mikroplastik wird dann den Produkten beigemischt. Wir verwenden diese Produkte und denken in unserem frisch sauber gerubbeltem Zustand gar nicht gross darüber nach, was wir gerade unserer Umwelt angetan haben. Denn Mikroplastik kann von Kläranlagen nicht aus dem Wasser gefiltert werden und verrottet genau so wenig wie anderes Plastik. Das heisst es bleibt im Wasser und gibt dort Giftstoffe wie z.B. Weichmacher ab. Ausserdem sind die einzelnen Körner so klein, das Fische und Krustentiere sie für Nahrung halten und diese fressen. Dadurch gelangt das Plastik durch die Verdauung ins Fleisch der Tiere und gibt dort evtl. wieder Giftstoffe ab und sorgt für Entzündungen. Zusätzlich zu den Entzündungen verhungern die Tiere sozusagen mit vollem Magen.
Und so findet der Mikroplastik seinen Weg auch auf unseren Teller.

Fisch gefüllt mit Plastik, dazu Chnoblibrot
Mikroplastik à la minute, dazu ein Chnoblibrot

Was könnte man also tun?

Zum einen gibt es Studien, die sich mit der Lösung dieses Problems beschäftigen. So beispielsweise auch die Wissenschaftler der Universität Sheffield in England und des Centre for Environment, Fisheries and Aquaculture. Laut ihren Untersuchungen liegt das wesentliche Problem dabei, dass wir Menschen Plastik als Einwegartikel behandeln. Ein Produkt, das 500 Jahre überdauern kann, gebrauchen wir bloss wenige Tage.

Gut 140 Millionen Polyethylen-Plastik, der Stoff aus dem die meisten Plastikalltagsgegenstände bestehen, werden jährlich hergestellt und vergrössern so den Müllberg sukzessiv. Ein grosser Teil davon landet in unseren Weltmeeren. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich dadurch ein Teppich aus Mikroplastik über den Ozeanboden gelegt.

Biofilm spezieller Mikroben
Biofilm spezieller Mikroben

Es ist schon länger bekannt dass es Mikroorganismen gibt, die das hochresistente Polyethylen zerkleinern und den daraus resultierenden Kohlenstoff für Ihren Stoffwechsel nutzen. Bisher kannte man diese Mikroben nur von Müllhalden an Land. Vor Kurzem sind Forscher jedoch auf einen Biofilm gestossen, der sich auf dem Plastikmüll am Meeresgrund befindet. Dieser besteht offenbar aus denselben Bakterien. Ob diese Bakterien der Umwelt wirklich einen Gefallen tun, ist bis jetzt noch nicht erwiesen.
Es wäre durchaus Denkbar wäre nämlich auch, dass die in dem Plastik vorhandenen Giftstoffe erst bei der Verdauung freigesetzt werden.
So oder so sind die vorhandenen Mikroben unserem Müllproblem nicht gewachsen. Ausserdem ist nicht bekannt, was zusätzliche Bakterienstämme im Ozean ausrichten.

Doch wie lässt sich dieser Kleinstplastikmüll einsammeln? Es gibt viele Lösungsansätze, doch keiner davon scheint wirklich erfolgsversprechend zu sein.
Filter beispielsweise, die die bereits in Schwebeteilchen aufgelösten Plastikteilchen aus dem Meer filtrieren sollen sind eine Gefährdung des Ökosystems, da sie nützliche Bakterien und Plankton mit einsaugen. Forscher arbeiten mit Hochdruck an neuen Möglichkeiten, doch die Zeit drängt und der Müllberg wächst.

WAS KÖNNEN WIR ALSO TUN?

Umweltfreundliche Damenhygieneartikel, von Stoffbinden bis fleurcups
Umweltfreundliche Damenhygieneartikel, von Stoffbinden bis Fleurcups

Es ist fast unmöglich für uns heut zu Tage auf Plastik zu verzichten. Die meisten Produkte werden gar nicht hinterfragt. Gerade wir Frauen überlegen uns gar nicht, ob der Erleichterung einigermassen hygienisch durch die Erdbeerwoche zu kommen, was sie da eigentlich genau an und in ihre primären Geschlechtsmerkmale lassen. Denn auch die meisten Binden und Tampons bestehen praktisch nur noch aus „toten Dinosauriern“. Sie bestehen aus Plastikfolie, Plastikvlies, Klebstoff, Chlorbleiche und Duftstoffen, und keine Frauenseele soll bis jetzt daran gedacht haben, ob der Scheiss giftig ist oder nicht?

Der Konsument hat die Macht. Wir steuern die Nachfrage. Wenn wir anfangen zu hinterfragen, was für Produkte wir einkaufen und wie wir sie transportieren, können wir etwas dagegen tun. Es gibt immer Alternativen, man muss nur danach suchen und aufhören faul zu sein.

 

Links

Wie die Weltmeere selber, entspringt auch unser Beitrag verschiedenen Quellen:
  • Ausführlich und detailreich nachzulesen auf Wikipedia
  • Mehr zu den Plastikinseln und wie sie entstehen und wachsen gibt es hier nachzulesen.
  • Auf den Punkt bringen’s die verlinkten Videos

Ein Mine-Map von uns findet ihr hier.
Und weil das alles noch nicht genug ist, ein Quiz dazu gibt es hier.

Recherchiert und geschrieben von Alessia Ballacchino, Lara Kofmel und Flavia Senn