Problem Gemüsenormen Lösungen Unmöglich oder greifbar nah?

Täglich finden nicht der Norm entsprechende Gemüse und Früchte in der Schweiz den Weg auf den Kompost. Niemand wollte sie essen. Da gammeln sie nun und werden im besten Fall noch zu Biogas verarbeitet.

Dabei wäre das Alles gar nicht nötig, oder es gibt zumindest viele Möglichkeiten, den Verlust zu verringern. Bei jedem von uns ist Handeln gefragt. Zusammen können wir vieles ändern!

Folgend sind einige Lösungen und Lösungsansätze erwähnt um den Prozentuellen Anteil an Liebhabern des krummen Gemüses zu steigern. Warum sollte einem das Kaufen eines krummen «Rüeblis» nicht glücklich machen? Man tut schliesslich etwas für die Umwelt, hilft dem Produzenten seine Verluste zu senken – und nicht zuletzt tut man auch oft etwas für das eigene Portemonnaie.
Denn es ist bis heute so, dass ein Grossteil der Bevölkerung nur über monetäre Anreize funktioniert. (Ein Gedanken den man sich mal vor Augen führen sollte!)


Bereits vorhandene Lösungen

Für jeden unter uns gibt es eine Massgeschneiderte Lösung, um sowohl regionales, als auch aus der Norm geratenes Gemüse bevorzugen zu können.

Nachhause geliefert – Für den Gemütlichen

Zahlreiche Unternehmen bieten uns die Lieferung unserer Frischwaren an. Oft lässt sich das Angebot von Gemüsen und Früchten gar mit anderen regionalen Produkten ergänzen. Was gibt es Gemütlicheres als frisches und gesundes Gemüse direkt vor der eigenen Haustüre?
In der ganzen Schweiz sind verschiedene Unternehmen tätig, welche jeweils ihre Region mit den Frischeprodukten beliefern.

Da wir hier aber speziell Lösungen für Verformtes oder Krummes von Baum und Feld suchen, gilt es eine dieser Möglichkeiten besonders hervor zu heben. Die Sprache ist von dem Frischwaren Abo der Firma «Ugly Fruits». Unter den zwei Mottos: «UglyFruits liefert Ihnen Bio, frisch, manchmal hässlich, aber immer gut!» und «Das Unkalibrierte wir zum Star, Frische und Qualität garantiert!» vertreiben sie Gemüse und Früchte Abos in denen krumm Gewachsenes und Verformtes eine zweite Chance erhält.


Hofläden – Für den Wissbegierigen

Ein vermehrter Besuch von Hofläden unterstützt nicht nur regionale Produkte und Produzenten. Wir wissen zudem genau wo unsere Produkte herkommen, ohne gross Nachforschungen betreiben zu müssen.

Oft haben Gemüseproduzenten auch Waren im eigenen Hofladen, welche den anspruchsvollen Normen der Grossverteiler nicht ganz entsprechen, aber sich eigentlich durch einwandfreie Qualität ausweisen. Nur ein kleines, unscheinbares und völlig unbedenkliches Fleckchen kann schon reichen, um nicht mehr der Norm zu entsprechen.

Darum liegt es doch an uns, diese Produzenten und Unternehmen zu unterstützen, damit kein einwandfreies, mit Liebe aufgezogenes Gemüse, aus der Not zu Tierfutter oder Biogas werden muss.

Förderung der Hofläden

Ünique – Für den praktischen Denker

Ist es möglich aus der Norm gefallenes Gemüse auch an dem Ort zu kaufen, an dem ich sonst Alles einkaufe? Ja ist es!

Seit 2013 wird dies durch das Spezialsortiment «Ünique» von Coop möglich. Unter dieser Sparte vertreibt Coop verschiedene Sorten von Gemüsen und Früchten welche sonst nicht der Norm der Grossverteiler entsprechen würden, zu vergünstigten Preisen. Unter anderem sind dies Karotten, Kartoffeln, Gurken, Birnen und Kiwis.
So dürfen diese beispielsweise kleine Risse haben, diese müssen jedoch vernarbt sein, damit sich keine Fäulnis bilden kann. Wer schon einmal selber Karotten angebaut hat, weiss wie schnell diese Risse entstehen. Wie gut das jetzt Gemüseproduzenten auch diese Karotten noch verwerten können. Auch kleine Rostfleckchen oder Sonnenbrand bei Kiwis sind erlaubt, hier wird jeweils angegeben, wie viel Prozent der einzelnen Gemüse- oder Fruchtoberfläche betroffen sein darf.  

So ist „Ünique“ also eine gute, praktische und günstige Möglichkeit um Produkte zu unterstützen, welche nicht ganz der Norm entsprechen. Denn schliesslich kann man sich schon von Anfang an überlegen, wofür man das Gemüse und die Früchte schlussendlich braucht. Möchte man eine Gemüsesuppe oder Obstkompott machen, braucht man keines Wegs formvollendete und makelloseste Zutaten.

https://bionetz.ch/nachrichten/branchennews/1740-coop-vergroessert-uenique-sortiment.html

Unser neuer Lösungsansatz

Änderungen im Grosshandel – Auch Grosse haben nicht ausgelernt

Coop hat mit seinem Ünique-Sortiment schon einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Allerdings sollten gerne noch mehr verschiedene Früchte und Gemüse in dieses Sortiment aufgenommen und die Menge des Angebots sollte vergrössert werden.

Das Ziel anderer Grossverteiler muss sein, diesem Beispiel zu folgen. Es kann doch nicht sein, dass nur ein Grossverteiler etwas unternimmt, gegen diesen Verlust und die unnötige Verschwendung von Ressourcen!

Wir sprechen hier von Lebensmitteln welche minderwertig verbraucht oder weggeworfen werden, nur weil sich der Mensch zu schade dafür ist, ein Gemüse mit einem Riss zu kaufen, oder ein wenig mehr Zeit aufzuwenden um eine Karotte zu schälen.

Infolge dessen sollte es doch ein ganz klares Ziel der Grossverteiler sein, dies zu ändern. Schliesslich schreiben sie sich auch sonst gerne Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit auf die Fahne.

Unser Lösungsvorschlag ist also eine logische Folgerung. Mehr Grossverteiler sollen sich für diese Produkte einsetzen. Es reicht jedoch nicht, ein sehr überschaubares Sortiment im hintersten Eck der Gemüseabteilung anzubieten. Die Bevölkerung muss sensibilisiert werden. Zu diesem Zweck müssen diese Waren beworben, und aktiv in das Verkaufsgeschehen eingebunden werden.

Wie wäre es zum Beispiel damit, Waren die nicht ganz der Normen entsprechen, zum Probieren anzubieten? Dann würden die Menschen merken, dass diese geschmacklich völlig einwandfrei sind und würden sie auch vermehrt kaufen.
Irgendwann, wenn sich die Bevölkerung an die «neuen» Gemüse und Früchte gewöhnt hat muss das Ganze auch nicht mehr so stark durch einen finanziellen Anreiz schmackhaft gemacht werden.

Anpassung der Normen

Nicht zuletzt sehen wir es als nötig, die ganzen Normen und Richtlinien zu Obst und Gemüse zu überdenken. Es ist normal, dass ein Produzent mit einwandfreier Ware mehr verdient als mit leicht beschädigter. Doch man könnte mehr Kategorien einführen als es bis jetzt gibt, damit der Obst und Gemüsebauer einen grösseren Anteil seiner Ware vertreiben kann. Hätten bis dahin die Grossverteiler ihr Verhalten angepasst, wäre auch die Nachfrage da, die es ermöglicht diese Produkte abzusetzen.

Einzigartige Gemüse und Früchte finden den Weg in die Regale der Grossmärkte.

Quellen

https://uglyfruits.ch/de/uglyfruits

https://www.gemuesebau-fischer.ch/hofladen

https://www.coop.ch/de/labels/uenique.html

https://www.coop.ch/content/dam/uenique/anhang-qualitaetsnormen-uenique-alle-sprachen.pdf

Hier geht’s zu unserer Problemstellung

6 Gedanken zu „Problem Gemüsenormen Lösungen Unmöglich oder greifbar nah?“

  1. Liebes Team

    Ich habe euren Beitrag über die masslose Verschwendung von Nahrungsmitteln in der Schweiz sehr gerne gelesen.

    Ich lobe den Reichtum, sowie die Verteilung der Bilder, die für mich optisch sehr ansprechend waren. Manchmal fragte ich mich jedoch, ob man die Bildunterschrift nicht hätte genauer ausführen oder direkt weglassen können. Teilweise war sie durchaus nötig und auch gut formuliert, so z.B hier:
    «Im Vordergrund eine Zitrone aus dem Großhandel und im Hintergrund eine, welche nicht den Schweizer Normen entspricht.»

    Ich bin ausserdem beeindruckt von den aussagekräftigen Zeichnungen, die die Lösung veranschaulichen sollten.

    Es hätte den Artikel zusätzlich optisch aufgewertet, zu vermeiden, dass ein einzelnes Wort auf der letzten Zeile eines Textabschnitts steht.

    Bezüglich des Informationsgehalts dieses Artikels war ich sehr beeindruckt. Ich nahm daraus sogar einige wichtige Informationen für mich selbst mit und werde wohl bei meinem nächsten Lebensmitteleinkauf besser überlegen, was genau ich mit welchem Lebensmittel zubereiten möchte.

    Der Titel beim Lösungsartikel «PROBLEM GEMÜSENORMEN LÖSUNGEN UNMÖGLICH ODER GREIFBAR NAH?» war meiner Meinung nach einwenig verwirrend und hätte noch knapper formuliert werden oder durch die richtige Interpunktion sinnvoller gestaltet werden können. Die direkte Fragestellung beim Artikel zur Problematik fand ich jedoch eine erfrischende Abwechslung.

    Die beiden Artikel weisen auf schöne und teilweise sogar humorvolle Weise auf die Gedankenlosigkeit der heutigen Gesellschaft bezüglich des Nahrungsmittelkonsums hin und die Redakteurinnen können stolz auf ihren spannenden und ästhetischen Blogbeitrag sein.

    Freundliche Grüsse

  2. Liebe Selina, liebe Hanna

    Ich finde euren Beitrag sehr spannend geschrieben und er ist durch die Textgestaltung flüssig zu lesen.
    Sehr spannend ist auch wie ihr erklärt welche Einflüsse alle zur eigentlichen Problematik führen.
    Am besten haben mir die Fotografien der Karotten gefallen, die ihr geschossen habt. Die sind wirklich toll geworden!
    Ich finde, ihr habt eure Arbeit sehr individuell und sorgfältig erarbeitet und sie ist wirklich toll geworden! Ihr habt uns Leser direkt angesprochen und es hat mich gleich mitgerissen.
    Schade finde ich, dass ihr wichtige Punkte in der Problemstellung, in der Lösung nicht mehr beachtet, z.B. dass Konsumenten und Konsumentinnen keinen Bezug mehr zu der Landwirtschaft haben.
    Vielen Dank für euren Beitrag!
    Liebe Grüsse

  3. Liebe Hanna, Liebe Selina

    Als erstes ein Kompliment zu euren Bildern!!Es waren meines Erachtens nach sehr schöne und ansprechende Bilder in euren Blogs.
    Ich habe eure beiden Beiträge sehr gerne gelesen. Die Texte aber auch einige der Bilder, waren auf eine Charmante Art und Weise dargestellt, so dass man sich beim lesen ein kleines Schmunzeln nicht entgehen lassen konnte.
    Der Titel “PROBLEM GEMÜSENORMEN LÖSUNGEN UNMÖGLICH ODER GREIFBAR NAH?” ist meiner Meinung nach ein wenig verwirrend und zu lange.
    Die Verlinkungen in den Texten waren eine gute Idee, jedoch wäre es praktischer gewesen, wenn sich die Verlinkung in einem eigenem Tap geöffnet hätte. (kleiner Tip für das nächste Mal)
    Die Zeichnungen, die die Lösungen veranschaulichen sollten, fand ich schön.

  4. Liebe Hanna, Liebe Selina

    Die Tatsache, dass beim «Qualitätstest» von Obst und Gemüse auf Form und Grösse geachtet wird ist absurd. Das konntet ihr aufzeigen. Der Beitrag, den ihr verfasst habt ist sehr informativ und macht darauf aufmerksam wie verwöhnt und teilweise sogar ignorant unsere Gesellschaft ist.
    Die Fotografien sind sehr anschaulich und zeigen, wie einzigartig «unförmiges» Obst und Gemüse sein kann. Ihr appelliert klar an den Konsumenten und zeigt nahe zu für jedes Problem, das ihr erwähnt habt, eine Lösung auf. Spannend wäre aber noch gewesen, einen Weg darzulegen, wie vor allem junge Konsumenten den Bezug zurück zur Landwirtschaft finden können.

    Trotz der guten Aufnahmen, empfand ich die Bilder im Hochformat als unpassend. Einige Bilder waren auch selbsterklärend und man hätte die Bildunterschrift weglassen können. Zum Beispiel bei der Visualisierung des Hofladens. Die Gliederung des Textes hat den Lesefluss unterstützt. Kritik auf hohem Niveau: Die Quellen unter den Bildern hättet ihr in einem Wort «verstecken» können.

    Allgemein möchte ich euch loben für diese gelungene Arbeit. Ihr habt mein Interesse geweckt und bis zum Schluss des Beitrags beibehalten.

    Freundliche Grüsse

  5. Liebe Selina und Hanna

    Eine gelungene und zum Nachdenken anregender Beitrag. Man sieht die Mühe und die Zeit welche ihr in diese ausserordentlichen guten Beiträge gesteckt habt. Besonders gefallen mir die Visualisierungen und die Bilder, welche ihr mit lustigen und zudem aussagekräftigen Texten geschmückt habt. Ich finde allgemein die Titel nicht aussagekräftig genug und meines Erachtens ist der Titel zu den Lösungsansätzen zu lange geraten. Beim Lesen musste ich öfters schmunzeln wie zum Beispiel bei dieser Textstelle; « Warum sollte einem das Kaufen eines krummen «Rüeblis» nicht glücklich machen?» Ja warum eigentlich nicht?
    Ich konnte mir viel neues Wissen aneignen welches mir im Alltag nützlich erscheint.

    Mit freundlichen Grüssen

    Sara Kaiser

  6. Liebe Hanna und Selina
    Ich finde die Themenwahl sehr interessant, denn es ist ein Themenbereich, über den man noch nicht so viel weiss und man kann etwas Neues dazulernen. Ihr habt in eurem Artikel sehr viele Informationen kurz und bündig zusammengefasst, so dass man schon mit einem kleinen Aufwand Bescheid weiss.
    Die Fotos waren sehr passend und haben die Problemstellung sehr gut ergänzt, so dass man die «Fehler» welche das Gemüse aufweist direkt sieht und merkt wie banal sie sind.
    Mit hat auch gefallen, dass ihr viele verschiedene Lösungsvorschläge wegbracht habt, so findet wahrscheinlich jeder eine passende Lösung. Allerdings hätte es mich noch genauer interessiert was mit dem «unschönen», «schlechten» Gemüse geschieht. Darüber hättet ihr eventuell noch ein wenig mehr schreiben können.

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