Santa Claus – Erfindung von Coca Cola?

Die Glocken klingen heller, die Bäume und Einkaufszenter strahlen vor lauter Lichter, die Menschen sind gestresster und bald fällt vielleicht auch der erste Schnee.
Schon wieder ist es so weit die Weihnacht naht.
Auch der «der Samichlaus» steht in Gärten, hängt an Häuser und strahlt von Werbeplakaten.
Doch wer ist eigentlich dieser Mann? Woher kommt er, und seit wann kennen wir ihn?

Märchen oder Tradition?

Da ich schon viele Geschichten über den Weihnachtsmann gelesen und gehört habe, machte ich mich auf die Spuren dieser geheimennisvollen Figur.
Durch meine Recherchen im Internet habe ich erfahren, dass der Weihnachtsmann wie wir ihn heute kennen eine Märchengestalt ist.
Die Amerikaner nennen ihn «Santa Claus», die Russen «Väterchen Frost» und bei uns in der Schweiz heisst er «Samichlaus»
Jedoch weilen diese Figuren alle auf traditionellen Hintergründen.

heutige Figur des «Samichlaus»
heutige Figur des «Samichlaus»

 Geschichte Nikolaus von Myra

Allerdings kommt unser Samichlaus der einstigen Geschichte von Bischof «Nikolaus von Myra» am nächsten.
Der Legende nach war er es, welcher am 6.Dezember 343 in der kleinasiatischen Stadt Patras gestorben war.
Bereits seit dem Mittelalter wurden an seinem Todestag Kinder und Arme beschenkt. Weshalb wir wohl – so schliesse ich – bei uns immer noch an diesem Tag den «Samichlausentag» feiern.
Zurück zur Geschichte, Martin Luther schaffte den Brauch im Jahre 1535 für die deutschen Protestanten ab. Als Ersatz diente der Heilige Christ oder bei uns besser bekannt als «Christchindli».
Dies etablierte sich im 20Jh. eher im katholischen Süden und Westen, während im Norden und Osten zunehmend der Weihnachtsmann die Überhand gewann.

Bischof Nikolaus von Myra
Bischof Nikolaus von Myra

Neues Erscheinungsbild – neue Tradition

Somit ist geklärt warum wir den modernen Weihnachtsmann nicht so kennen wie unsere Nachbarländer und zum Beispiel Amerika. Jedoch nimmt auch er immer mehr Einfluss in unsere heutigen Feste und Feiern.
Die historische Figur wurde zunehmend durch Musik, Kunst und Literatur beeinflusst.
Eine Darstellung von dem Karikaturisten Heinrich Hofmann für das Kinderbuch «Struwwelpeter» kam dem heutigen Bilde des Weihnachtsmannes ziemlich nahe.
Es folgte eine Zeichnung von Thomas Nast für das Wochenmagazin Harper’s Weekly.
Er stellte den Santa Claus mit einem langen Rauschebart, dicken Bauch und lustiger Art zusammen mit dem Rentierschlitten auf einem Dach dar und legte somit das heutige Erscheinungsbild fest.
Nast war auch für die Farben rot und weiss verantwortlich die der berühmte Mann heute trägt. Ausserdem trug er mit Details wie der Geschichte, dass der Nikolaus im Nordpol wohnt und dort Geschenke für die Kinder herstellt wie der Liste für böse und liebe Kinder viel der heutigen Tradition bei.

Weihnachtsmann von Thomas Nast
Weihnachtsmann von Thomas Nast

Coca-Cola und der Santa Claus

Kommen wir jetzt zu der häufig gehörten These: Coca Cola habe den Weihnachtsmann erfunden.
Wie wir jetzt der Geschichte nach wissen, stimmt diese Aussage nicht. Eher müsste man sagen, dass Coca Cola der Trendsetter dieser Figur war.
Als nämlich der aus Schweden stammende Grafiker und Cartoonist Haddon Sundblom von der Coca-Cola Company 1931 den Auftrag erhielt, für eine Werbekampagne den Weihnachtsmann zu zeichnen, löste er einen wahrhaftigen Trend aus.
Als Vorlage des Gesichtes, diente ein pensionierter Coca-Cola Mitarbeiter welchen er mit allen Details ausstattete.
Diesen zeichnete er jedes Jahr aufs Neue und prägte uns somit das Bild des «Santa Claus» nachhaltig ein.
Durch den riesen Erfolg der Werbungen wird also vielfach falsch angenommen, dass Coca-Cola der wahre Erfinder dieses Mannes ist.
Die Bekanntheit der Werbespots und Plakate diente als rasche Verbreitung der Figur und der riesen Konzern schaffte es, das «Märchen» weltweit zu vermarkten.

Werbeplakat Coca-Cola
Werbeplakat Coca-Cola

Bischof Nikolaus von Myra ahnt nichts von alledem, was wohl auch besser ist.

Wäre er wohl nicht sehr erfreut wie die heutige christliche und nicht christliche Bevölkerung seine einst wohltätige Person jetzt für ihre kapitalistischen Weihnachtsgeschäfte missbraucht.

Wollen wir doch darauf Acht geben, dass unsere Geschenke im Sinne von «etwas gutes tun» und nicht von «umso teurer – umso besser» an unsere Liebsten verteilt werden.

In diesem Sinne «Ho-Ho-Ho» und eine schöne Weihnachtszeit.

Quellen

Mehr über Nikolaus von Myra : http://www.nikolaus-von-myra.de/legenden/

Coca-Cola und der Weihnachtsmann : https://secure.coca-cola.ch/content/ch/corporate/de/coke_weihnachten.aspx

 

Carol Schreiber

- Ich lasse mich inspirieren von: der Natur, vielen verschiedenen Farben, Kochen und interessanten Diskussionen mit Freunden und Familie - meine Energie stecke ich in: das Handball, Besuch von Musikkonzerten in kleinem Rahmen und immer wieder in ein Herzhaftes Lachen

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2 Gedanken zu „Santa Claus – Erfindung von Coca Cola?“

  1. Liebe Carole

    Die Gesichte des Weihnachtsmannes ist tatsächlich wenig bekannt. Wie unser «Samichlaus» entstanden war, ist mir bekannt aber wie es zum amerikanischen Weihnachtsmann kam war auch für mich neu. Ich fand es daher sehr interessant deinen Blogeintrag zu lesen.

    Ich denke, dass es in der Schweiz, zumindest in Gewissen Kreisen, noch immer Tradition ist die Kinder am 6. Dezember liebevoll in die Mangel zu nehmen und ihnen ihre schlechten wie aber auch ihre guten Taten von dem «Samichlaus» vor Augen führen zu lassen. Er bringt den kleinen Taugenichtsen gegen das Aufsagen eines Verses Erdnüsse, Mandarinen und Schöggeli.

    In Amerika kommt deren Weihnachtsmann jedoch, im Gegensatz zu unserem Gebrauch, laut meinem Wissen, an Wiehnachten durch den Kamin um die Socken der Kinder zu füllen. Ich dachte immer, dass diese Weihnachtsfigur gleichzusetzen sei mit unserem «Christchindli» und nicht mit dem «Samichlaus». Interessant fand ich, dass dies nicht so ist, sondern dass das «Christchindli» ein protestantischer Ersatz für unseren Samichlaus ist.

    Das Coca-Cola Weihnachtsmärchen muss man, trotz fragwürtiger Moral, sagen war/ist ein genialer Werbestreich. Deiner Schlussfolgerung zu dem Thema kann ich jedoch voll und ganz zustimmen!

    So auch von meiner Seite her allseits schöne und stressfreie Weihnachtszeit.

  2. Liebe Edna

    Du hast recht, ich finde auch, dass zumindest in den Schweizer Familien mit kleinen Kindern, heute noch – wie auch bei uns schon – am 6.Dez. sehr traditionell gefeiert wird.
    Auch wird die Feier in Schulen zelebriert und weitergegeben, hat mir doch gerade gestern eine Kollegin welche Lehrerin ist erzählt, dass sie heute den «Samichlaus im Wald suchen werden».
    Dies finde ich toll, denn es findet draussen in der Natur statt und man benötigt keine Spielzeuge oder sonstige Hilfsmittel.
    Sobald der Samichlaus gefunden ist, erhalten die Kinder zur Feier des Tages «Mandarindli, Spanische Nüssli und eventuell es Schöggeli».
    Den Kindern fehlt es an nichts sie sind satt, konnten sich austoben und sind gut gelaunt weil sie bei der Suche erfolgreich waren.

    Und ja, eines muss man Coca-Cola lassen diese Idee war ein Geniestreich.
    Und auch nicht der erste welche dieser Grosskonzern lancierte. Dies denke ich, war nicht nur durch das viele Geld sondern vor allem durch die genialen Ideen möglich.

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