Spontanferien Gran Canaria

Letzten Herbst ging ich mit einem Kollegen nach Gran Canaria in die Ferien. Dies ist jetzt zwar auch schon wieder eine Weile her, aber ich möchte euch trotzdem noch kurz etwas zu unseren «Spontanferien» erzählen, die wirklich spontan wurden.

Gerade von der strengen Arbeitswoche in Varazze zurückgekehrt, durfte ich auch schon wieder für den nächsten Auslandaufenthalt packen. Denn drei Wochen zuvor hatte ich mit einem Kollegen zusammen einen Flug nach Gran Canaria gebucht. Hotel brauchten wir keines, da wir die tolle Idee hatten, einfach ein Auto zu mieten und als Behausung ein Zelt mitzunehmen. So können wir viel Geld sparen, dachten wir. Das Zelt wurde vorgängig sorgfältig im Fachhandel ausgesucht und zu Hause auch einmal aufgestellt, damit später in Gran Canaria jeder Handgriff sitzt. Dass hätten wir uns jedoch sparen können. Dazu später mehr.

Auf jeden Fall haben wir uns dann am Mittwochmorgen, voller Vorfreude, auf den Weg an den Flughafen Basel gemacht. Der Zug kam jedoch nicht in Frage, da wir aus Preisgründen einen so frühen Flug gebucht hatten, dass wir nur mit dem Auto rechtzeitig an den Flughafen gelangen konnten. So verdonnerte ich meinen Vater uns in aller frühe zu chauffieren. Er war begeistert. Am Flughafen angekommen gingen wir sogleich an den Schalter um einzuchecken. Dabei durften wir eine Ehrenrunde drehen und bei der Warteschlange nochmals hinten anstehen. Denn mein Kollege hatte den brillanten Einfall, seine Liegematte einfach mit Klebeband am Koffer festzukleben, da im Koffer nicht mehr genügend Platz war. Tipp: Das funktioniert nicht! Da ich etwas sparsam gepackt hatte, konnten wir die Matte mit  Gewalt noch in meinen Koffer stopfen.

Der Flug verlief soweit reibungslos. Auch das Gepäck war schnell wieder in unserem Besitz. So suchten wir die Autovermietungsstelle auf. Da die Englischkenntnisse meines Kollegen seit der Bezirksschule etwas eingerostet waren, durfte ich mit dem netten Herren von der Vermietung sprechen. Als alle nötigen Formulare ausgefüllt waren, ging es darum mit der Kreditkarte die Kaution zu hinterlegen. Da kam mein Kollege wieder ins Spiel, da er bereits das Auto mit seiner Karte bezahlt hatte. Nach einigen vergeblichen Versuchen die Kaution mit der Kreditkarte zu bezahlen, zogen wir uns schliesslich vom Schalter zurück, um das ganze etwas genauer abzuklären. Nach einigen Telefonaten kam heraus, dass mein Kollege im Besitz einer Prepaid Karte war. Da er dies selbst nicht wusste, hatte er natürlich kein Geld auf die Karte geladen und auch keinen Schimmer wie dies überhaupt gehen sollte. Daher konnte auch niemand von zu Hause aus eine Überweisung vornehmen. Wir starteten einen neuen Versuch und traten wieder mit dem Herren von der Autovermietung in Kontakt. Diesmal versuchten wir mit der Kreditkarte meines Vaters zu bezahlen. Dies ging jedoch auch nicht, da die Kreditkarte auf den Namen des Fahrers lauten muss, welcher meine Kollege war.

Das Auto mussten wir somit abschreiben. Das dumme war, wir hatten keine Ahnung wohin wir gehen sollten, denn wie ja schon erwähnt, hatten wir kein Hotel gebucht. Und mit je einem Reisekoffer in der Hand waren wir auch nicht gerade gut ausgerüstet um einen Wanderurlaub zu machen. Wir entschieden uns schliesslich, dass wir den Bus in den Hauptort Las Palmas im Norden der Insel nehmen, da es da angeblich einen Campingplatz geben sollte. In Las Plamas angekommen, stiegen wir auf das Taxi um, um zu dem ominösen Campingplatz zu gelangen. Der Taxichauffeur verstand jedoch kein Wort Englisch und wir kein Wort Spanisch. Die Kommunikation gestaltete sich daher etwas schwierig. Als er dann endlich verstanden hat, dass wir einen Campingplatz suchen, ist er mit uns durch die ganze Stadt gefahren und hat sich überall erkundigt wo wohl dieser Campingplatz liegen könnte. Als es uns irgendwann zu bunt wurde sind, haben wir die Taxifahrt abgebrochen. Zu unserem Erstaunen, hatte diese fast einstündige Stadtbesichtigung praktisch nichts gekostet.

Eine Rezeptionistin in einem Hotel konnte uns schliesslich weiterhelfen und teilte uns mit, dass dieser Campingplatz im Süden der Insel liege. Also ging es mit dem Bus wieder Richtung Süden. Vom Flughafen trauten wir uns nochmals in ein Taxi und der Taxichauffeur fuhr uns auf Anhieb an den Richtigen Ort. Auf dem Campingplatz waren wir, ausser der Besitzerin und deren Kanarienvögel, die einzigen Lebewesen weit und breit. Trotz allem stellten wir erstmal unser extra zugelegtes Zelt auf. Wir waren sehr dankbar, dass es wenigsten nicht regnete…am nächsten morgen wurden wir sanft durch das Geräusch von Regentropfen geweckt, die auf unsere Zeltplane fielen. Völlig frustriert suchten wir den einzigen Internetzugang auf und buchten zu aller erst einmal unseren Flug um und machten aus zwei Wochen Gran Canaria eine Woche. Zudem suchten wir nach einem Hotel, indem wir die restliche Woche verbringen konnten. Denn das einzige was wir wollten, war möglichst schnell von diesem verlassenen Ort wegzukommen. Mit ein paar Adressen in der Tasche gingen wir zu unserem Zelt zurück, dass inzwischen in einer Sumpflandschaft stand. Dieses wurde sogleich komplett Nass und samt spanischem Schlamm verpackt. Ich dachte mir, dass ich das Zelt ja dann zu Hause noch zum trocknen aufhängen könne (das Zelt steht seit unserer Rückkehr bei mir im Keller).

Die Campingplatzbesitzerin fuhr uns freundlicherweise zurück an den Flughafen. Da man bei ihrem Kleinbus die Heckklappe nicht schliessen konnte, mussten wir um unsere Koffer bangen. Die fahrt verlief glücklicherweise Verlustfrei und vom Flughafen ging es erneut schnurstracks nach Las Palmas. Das erste Hotel auf unserer Liste, welches wir fanden, nahmen wir auch sogleich. Es war nicht gerade luxuriös. Der Preis stimmte jedoch, da Nebensaison war hatte es genügend Platz, die Zimmer waren sauber und ich war noch nie in einem Hotel mit so freundlichem Personal. Wer auch mal nach Gran Canaria möchte und ein günstiges Hotel sucht: Hostal 7 Soles. Für den Rest der Woche mieteten wir uns ein Surfbrett und beschäftigten uns die meiste Zeit damit. Mit dem surfen im Weisswasser hielten wir uns nicht lange auf und wagten uns gleich in die grossen Wellen. Dies war vielleicht nicht gerade die beste Idee, denn das Board flog uns etliche Male um die Ohren. Am Ende der Woche hatten wir daher überall Blutergüsse, Schürfungen und Beulen. Ein Neoprenanzug wie ihn alle andern Surfer hatten, wäre vermutlich auch nicht schlecht gewesen. Dennoch bin ich begeitert vom surfen und werde dies sicherlich nicht das letzte Mal getan haben.

Nach einer Woche ging es schliesslich mit dem dreckigen Zelt, welches wir genau einaml gebraucht haben, wieder zurück in die Schweiz. Es hätte mich nicht gewundert, wenn auf dem Rückflug noch unser Gepäck verloren gegangen wäre. Rückblickend auf diese Ferien kann ich sagen, dass wir trotz allem sehr viel Spass hatten. Und Es sind ja jeweils genau diese Erlebnisse, die einem in Erinnerung bleiben und solange man im Nachhinein schmunzelnd auf das ganze zurückblicken kann, ist ja alles in bester Ordnung!

Hattet ihr schon ähnliche Erlebnisse und welches waren eure prägendsten Ferien?

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