The Canadien experience!

Nach meiner Lehre konnte ich bis zu meinem Beginn der Rekrutenschule noch 3 Monate im Lehrbetrieb arbeiten. Als Fahrer lernte ich viele neue Orte der Schweiz kennen. Dieser grüne Verein erwies sich aber mit der Zeit als sehr langatmig und mühsam. Ich war froh, die RS am 4. April beenden zu können.

Nach dieser Zeit suchte ich eine neue Herausforderung ausserhalb der schönen Schweiz. Ich entschied mich für einen Sprachaufenthalt in Canada, genauer gesagt Montréal. Die Stadt bietet meiner Ansicht nach sehr viel. Vor 12 Jahren war ich bereits mit meiner Familie auf einer Canada Reise. Ich war damals schon sehr fasziniert von der Weite des Landes und der Grösse der Städte. Das Abenteuer Canada startete am 12. April 2014 in Zürich. Nach der Verabschiedung meiner Familie betrat ich mit einem etwas mulmigen Gefühl den Flieger. Durch den sehr gemütlichen und kurzweiligen Flug, mit spannender Unterhaltung im Flugzeug verlor ich es bald.

Nach 8.5h landeten wir in Montréal. Ich suchte meinen Transferfahrer welcher mich zu meiner Gastmutter fuhr. Dort wurde ich sehr herzlich von Mirka empfangen. Das Quartier, wo ich während 3 Monaten wohnte, war typisch amerikanisch. Die Häuser von aussen sahen fast alle identisch aus und auch die Strassen waren schachbrettartig angeordnet. Am Abend machte ich Bekanntschaft mit Julian dem «homestay bro» von Colombia. Wir kamen sehr schnell miteinander ins Gespräch und verstanden uns schnell, obwohl er von einem anderen Land herkommt und andere Mentalität hat. Nach dem schmackhaften Nachtessen zeigte mir Julian den Weg ins Montréal Downtown, wo ich dann 2 Tage darauf mit der Sprachschule startete. Ich war sehr beeindruckt vom Stadtleben. Die St. Catherine Street wirkte fast wie der Times Square in NYC, nur die Hochhäuser waren weniger hoch und die vielen riesengrossen Bildschirme an den Fassaden fehlten.
Zufälligerweise war Timo (RS-Kollege) zur selben Zeit in Montréal, aber in einer anderen Sprachschule und so traf ich ihn und meine Mitschüler häufig nach der Schule. Ich fand mich sehr schnell zu Recht in der Schule. Die Mitschüler kamen aus aller Welt. (Brasilien, Mexico, Colombia, Venezuela, Ecuador, Italy, South Korea, Japan Algier) Ich hatte das Gefühl, durch die verschieden Nationalitäten harmonierte es besonders gut in der Klasse. Am Donnerstagabend trafen sich alle partybegeisterten Studenten aus aller Welt im Café Campus. Das ist eine Art Club und Bar zusammen. Die Getränke waren extrem billig. Man bezahlte während der Happy Hour für ein Bierglas 7$, und man konnte es innerhalb 1.5h so oft auffüllen wie man wollte. Ich fände es gut, wenn in unseren Bars diese Regelung auch gelten würde. Die 12 Wochen vergingen sehr schnell. Jedes Wochenende war eine eine tour oder ein Event angesagt. Diverse Ausflüge unternahmen wir mit Reisecars oder Mietautos nach Ottawa, Quebec und Toronto.

Toronto Sunset

Auch in Montréal gab es viel zu bestaunen und zu hören. Dank Timo konnten wir einen Eishockey Playoff Match Live miterleben. Diese Stimmung im Stadion war atemberaubend und einmalig. Leider verloren die Montréal Canadiens im Halbfinal gegen die New York Rangers.

Hockey Playoff Montreal 2014

An einem weiteren Wochenende fand das Formel 1 Rennen in Montréal statt. Im Voraus ergatterten wir Tickets, welche aber nicht sehr günstig waren. Es hatte sich aber auf jeden Fall gelohnt, einmal Live an einem F1 Rennen dabei zu sein. Nach eindrücklichen Einblicken in die Kanadischen Städte und Kultur neigten sich die 3 Monate dem Ende entgegen.

Montreal Formula 1

Die letzten zwei Wochen planten Timo und ich eine Rundreise in Kanada und den USA. Wir starteten zu fünft den Trip von Montréal nach Boston mit einem Mietauto. Auf halber Strecke übernachteten wir in einem typisch amerikanischen Roadstop Motel in Lincoln. Dieses Dorf war berühmt für alte Dampflokomotiven, welche für die Touristen immer noch betrieben werden. Ein paar Tage später trafen wir in Boston ein. Alle waren sehr müde wegen den Reisestrapazen. In der Metropole war es 36° C heiss, so schlenderten wir von einem Einkaufszentrum ins andere, und genossen die Kühle darin. Boston liegt am Atlantischen Ozean und zählt zu den grünsten Wirtschaftsmetropolen der Welt.

Einige Tage später, fuhren wir der Ostküste entlang in den Norden. Die nächstgrössere Stadt war Portland im Bundesstadt Maine. Dies ist eine schöne alte Hafenstadt. Von dort aus mussten 2 von unseren Kollegen den Weg zurück nach Montréal in Angriff nehmen, da für beide der Rückflug nach Hause anstand. Mit mehr Platz im Auto setzten wir die Reise fort. Schon bald erreichten wir die Landesgrenze Kanadas und fuhren noch bis St. John. Dort gab es eine kurze Stadttour, weil wir unter Druck waren, denn am selben Tag mussten wir noch 500 km zur nächsten Schlafstelle fahren. Das Motel befand sich zwischen Montcon und Amherst. Wir erreichten das Motel knapp vor Mitternacht und nächtigten in einer gemütlichen Suite. Am nächsten Morgen standen wir früh auf und fuhren nach Halifax. Mit dem Wetter hatten wir etwas Pech. Die 3 Tage, die wir in der tollen Stadt verbrachten fielen leider buchstäblich ins Wasser gefallen.

Der nächste sehenswerte Ort auf unserem Trip war Cape Breton Island. Die Naturpärke und der Atlantische Ozean zeichnen diese tolle Gegend aus. Wir nahmen an einer amüsanten Whalewatching- Tour teil und umrundeten diese Halbinsel Cape Breton mit dem Auto. Dieser Teil der Reise war für mich einer der tollsten und eindrücklichsten Abschnitte. Den Koffer gepackt und mit schönen Erinnerungen ging es wieder 500 km zurück nach Charlottetown auf die Prinz- Edward Island. Als wir dort ankamen erlebten wir ziemlich starke Niederschläge. Wir liessen uns den Spass nicht verderben und besuchten am selben Tag ein altes Kohlebergwerk an der Küste. Prinz- Edward Island ist sehr berühmt für die roten zerklüfteten Felswände und den schönen Sandstränden.

Da sich unsere 2 intensiven Reisewochen bald dem Ende zuneigten, mussten wir uns von dieser tollen Insel verabschieden und an einem Tag zurück nach Montréal fahren. Uns wurde plötzlich bewusst, dass eine Strecke von 1200km vor uns liegt. Aber ich musste zurück, da ich am anderen Tag mein Billet für den Rückflug gebucht hatte. So fuhren wir pünktlich um 7 Uhr in der Früh in Charlottetown ab. Die ersten 6h Fahrt vergingen recht schnell. Ich konnte mich als Beifahrer erholen und die tolle Reise Revue passieren lassen. Auf halber Strecke wechselten wir das Steuer und ich übernahm die Weiterfahrt. Auf dem Highway kamen wir schnell voran und so erreichten wir um 17.00 Uhr Quebec, wo wir uns eine kurze einstündige Pause gönnten. Noch lagen 250km vor uns, es war Freitagabend und wir hatten nicht mit der Rush Hour Richtung Montréal gerechnet. Statt 130km/h sank die Geschwindigkeit auf 80km/h und langsamer. Die Müdigkeit und der starke Verkehr setzten uns zu, aber wir hatten das Ziel vor Augen. Exakt um 20.00 Uhr trafen wir in unserer „alten Heimat“ in Montréal ein und brachten dort das Mietauto zurück das uns fast 5‘000km ein treuer und zuverlässiger Begleiter war. Nach diesen Strapazen waren wir ziemlich fertig, aber die Reise hat sich sehr gelohnt.
Meine letzte Übernachtung in Montéal, genoss ich in der Residenz von unserem Kollegen Gustavo aus Brasilien. Nach dem Abschied bei meiner Gastmutter fuhr ich mit dem Taxi zum Airport. Mit dem Abflug von Montréal beendete ich meinen zweiten fast vier monatigen Aufenthalt in Canada mit dem Wunsch wieder zurückzukehren.
Ich würde einen solchen Trip jedem empfehlen, der abenteuerlustig und interessiert an neuen Städten und Kulturen ist.

 

 

Andreas

Hochbauzeichner, Soccer, Running, Skiing & Drummer

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Ein Gedanke zu „The Canadien experience!“

  1. Holy crap Andi

    Was für ein Monster von Blog-Eintrag.
    Aber echt Spannend. Ich beneide dich für deine Erfahrungen, die du in Kanada gesammelt hast. Das muss eindrücklich gewesen sein. Zu allem dazu, war es vorerst sicherlich ein grosses Kennenlernen der Leute, Sprachen und Kulturen? Ich habe auch noch vor nach Amerika zu reisen. Bevor sich dieser Kontinent völlig übernimmt. Gut, ich kann mir gut vorstellen, dass vom Grössenwahn und der Politik der vereinigten Staaten in Kanada nicht viel zu spühren ist?

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