The good old days

 

Wir sehnen uns nach alten Zeiten.

Trotz moderner Gesellschaft, entwickelter Technologie und futuristischen Designs,neigen doch die Meisten meiner Generation zum retro Trend.

Wir wollen alte Leder Rucksäcke, Budapester Schuhe oder Schmuk, der aussieht als hätte ihn gestern erst eine Dame aus dem 19Jh. getragen.

Wir hören wieder die alten Lieder auf neuen Ipods und schiessen unsere Polaroid Bilder auf der Fuji Instax mini.

Alte Speisen neues Rezept ist das Motto.

Für mich als hobby Fotografin war besonders die Entwicklung in der Fotografie faszinierend, nachdem wir nun solch fortschrittliche Möglichkeiten haben, die fast grenzenlos erscheinen, kehren wir doch lieber zurück zu unserem Kodak 400 in der Dunkelkamera.

Die moderne Polaroid vermittelt uns das Gefühl der 70ger und wer möchte versetzt sein Selfie mit einem von den 100 Farbfilter auf seinem Smartphone zurück in das Jahrzehnt seiner Wahl.

Doch was wissen wir schon über die guten alten Zeiten, die Gesichter auf den Fotos, die wir heute an unsere Pinnwand hängen um das Gefühl der Nostalgie aufleben zu lassen.


 

Betrachten wir doch mal die Fotografien desspäten 19 Jahrhunderts.

Die Erfindung der Fotografie ermöglichte den Menschen jener Zeit  ihre Liebsten zu verewigen. Die zufor gegange Malerei war zu teuer und niemals so realitätsnah.


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Feinsäuberlich rausgeputzte Menschen mit starrem Blick und ernster Miene, die bei betrachtung doch etwas Unbehagen auslösen.


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Um diesem Unbehagen auf den Grund  zu kommen,müssen wir noch ein paar Jahre zurück,als sich die Malerei noch in ihrer Blütezeit befand.

Für die Menschen,welche es sich auch vermochten, war es üblich, Verstorbene als Erinnerung ein letztes Mal von einem Maler abbilden zu lassen.

So ist es auch nicht verwunderlich das dieser „Trend“ auch in die Fotografie übergieng.

Tatsächlich kommt der leere Blick und die ernste Miene meist von schon längst erstarrten Gesichtern.

Falls ein Familienmitglied starb,wollte man doch noch ein letztes Bild und so war es oft das einzige Mal an demdie ganze Familie abgelichtet wurde.

Somit haben wir auch die Begründung für die lieblings Posen der Viktorianer,  im Sitzten oder schlafend.Wegen der hohen Kindersterblichkeit im 19Jh. wurden auch oft Kinder post mortem (nach dem Tod) abgelichtet.

Die Bilder sind keines Falls schrecklich oder makaber,so dienen sie doch einem schönen Zweck.

Die Kinder wurden oft schlafend abgelichtet,dies allein, mit der Familie oder mit ihren Geschwistern,obwohl ich zugeben muss,dass ich mir nicht ganz sicher bin ob da der Bruder oder die Schwester nicht mehr mit einem Trauma als mit einer schönen Erinnerung wieder aus der Prozedur rauskam.

Bleibt noch die Frage,wie sie die Körper zum Stehen brachten.

Nachdem sie gut angezogen, geschminkt und frisiert worden waren,platzierte man die Toten auf,extra für diesen Zweck angefertige Bügel,welche sie aufrecht hielten.

Achtet man sich,sieht manmeistens sogar noch die Ständer hinter den Füssen.


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So viel zum Thema die guten alten Zeiten.

Vieleicht ist es doch besser,wenn die alten Traditionen in den alten Epochen bleiben und wir uns derweilenvon den schöneren Facetten der vergangen Zeiten zu unseren vintage Trends Inspirieren lassen.

Adelia

Gelehrnte Schneiderin- Leidenschaftlicher Laie- Teilzeit Sofaphilosoph.

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2 Gedanken zu „The good old days“

  1. Hallo Adelia

    Auch ich bin eine Liebhaberin altertümlicher Dinge, jedoch sieht man es mir nicht so an wie anderen. Ich liebe alte Aktentaschen, Frisuren 20er Jahren, Barockmöbel und wie du auch Polaroidkameras.
    Meine Familie besitzt das Polaroid 600, jedoch haben wir sie bis jetzt noch nie benutzt, da sie einfach irgendwo im Schrank verstaut war und wir sie dort drin vergessen haben. Letzte Woche ist mir wieder in den Sinn gekommen, dass wie eigentlich eine Polaroidkamera haben. Da kamen bei mir die nostalgischen Momente auf. Schnell startete ich das Internet und suchte nach Filmen für mein Problem. Zuerst hatte ich Mühe die Richtigen zu finden. Doch dann als ich auf die passenden Filme gestossen bin, musste ich ernüchternd feststellen, dass sie eigentlich zu teuer für mich sind. Das Set mit 8 Blättern kostet um die 25.- Fr.
    Für einen speziellen Anlass würde ich so tief in die Tasche greifen, jedoch für den Alltag würde das mein Budget sprengen.

    1. Hallo Liridona

      Das Problem mit der Polaroid 600 kenne ich. Eine tolle Kamera aber fast 3.- Franken für ein Bild ist dann doch sehr teuer.
      Mit viel Glück findet man im Internet ab und zu einen günstigen Anbieter auf Ebay,wobei man trotzdem die Portokosten mit einberechnen muss.
      Ich muss zugeben das ich aus den Kostengründen auch viel häufiger mit der Fuji mini Fotografiere,bei der sich der Preis pro Bild um die 1.20 herum bewegt.

      Trotz den Kosten muss man auch gestehen,das es nie das selbe sein wird,ein Bild in der Hand zu halten oder einfach als Datei auf der Festplatte zu haben. Auch die Motive sind doch meist überlegter und wertvoller,wenn man weiss das es etwas Kostet und nicht unbegrenz ist wie die Handy kamera. Wenn z.B. auf meinem Telefon 6000 Fotos gespeichert sind, sind 3000 schonmal komplett wertloser Müll,ich speichere sie auf meinem Computer und schaue sie mir meistens nie mehr an.
      Möchte man nun aber die digitalen Fotos auf Papier bringen,muss man genau so die Tinte,das Fotopapier und den Strom bezahlen, was dan gar nicht mehr so viel Günstiger als ein Polaroid ausfällt.

      Ich hoffe du findest einen guten Weg deine Leidenschaft umzusetzen. 🙂

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