Wie die Zeit verfliegt…

Im August habe ich mit der Berufsmatura gerade erst begonnen und nun ist schon der gestalterische Teil der Abschlussprüfung absolviert.
Ich wage mich jetzt schon daran, über den Zeitraum seit August ein kleines Resümee zu ziehen. Es war eine sehr intensive Zeit, besonders die letzten drei Monate.
In diesem Blog werde ich über die gestalterische Abschlussprüfung berichten, was wir als Klasse alles zusammen erlebt hatten, was uns auseinander riss und jedoch auch genauso sehr zusammenschweisste.

Blind-Date

Beginnen wir beim Auftakt, neugierig schaute man in die Runde und entdeckte viele Fremde, aber auch bekannte Gesichter. Einige von uns gingen nämlich davor schon zusammen in die Lehre.
Es war schön mitzuerleben, wie die Fremden mit der Zeit zu Vertrauten wurden. Wir lernten uns immer besser kennen und mit dem vielen verschiedenen Charakteren, welche sich zuvor in der Menge versteckten umzugehen. Schwächen und Stärken jedes Einzelnen kamen zum Vorschein.

 

Varazze

Schon bald nach unserem Kennenlernen verreisten wir für eine Studienreise nach Varazze. Die ASSI-BM entstand.

Ich bin ein ASSI (absolut schön, sexy und intelligent) ;P
Ich bin ein ASSI (absolut schön, sexy und intelligent)

Von diesem Abenteuer gibt es übrigens auf dieser Seite ein Blogtagebuch, welches unter Varazze in der Kategorieauswahl zu finden ist.

 

Mittagstisch

Unser Mittagstisch war, wie ich finde, ein sehr wichtiger Treffpunkt für unsere Klasse. Dort trafen wir nicht nur als Klassenkameraden aufeinander, sondern als Freunde. Wir erledigten zusammen Hausaufgaben, wir kochten zusammen, wir erledigten zusammen den Abwasch – was nicht halb so oft geschah, wie wir kochten. 😉
Wir falteten zusammen Origamifiguren, organisierten eine Dessertchallenge, sprachen über Gott und die Welt. Es war wie eine kleine Ersatzfamilie – wie früher, als man klein war und sich freute Mittags nach Hause zu kommen und von den Erlebnissen des Tages zu erzählen.

 

Freizeit

Wir hatten auch ausserhalb der Schule einiges zusammen unternommen. Sei es ein Skiweekend in Davos, ein Freitagabend-Bier und manchmal auch schon ein Donnerstagabend-Bier in einer Kneipe, unsere Weihnachtsfeier plus Wichtelgeschenke und anonymer psychologischer Hilfegruppe (Hallooo… – das ist ein Insider, dabei handelte es sich natürlich nicht wirklich um psychologische Hilfe, dafür ging es uns in dieser Zeit zu gut). 🙂

 

Das Ende der 16 GBMler

Nach dem Höhenflug kommt der Fall. Das erste Semester war vorbei und unsere Stimmung zu tiefst getrübt. Alle waren emotional betroffen, als wir erfuhren, dass sich unsere Gruppe verkleinern wird. Zwei unserer Mitschülerinnen hatten die Promotionsbedingungen knapp nicht erfüllt und mussten die Klasse verlassen.
Der Abschied von den beiden war nicht leicht und hing uns allen noch einige Zeit in den Knochen. Vieles veränderte sich dadurch. Es gab niemanden mehr, der Fragen stellte, welche nicht nur die Lehrer verwirrten. Es gab niemanden mehr, der ausgelassen durch unser Atelier tanzte. Ich sah kaum einmal jemand von ihnen ruhig auf einem Stuhl sitzen. Es wurde ruhiger.
Aber bis jetzt durften wir uns schon über einige Besuche der beiden freuen.

 

Startschuss IDPA

Wir hatten kaum Zeit uns von diesem Abschied zu erholen, weil wir uns schon in der Recherchephase der IDPA (Interdisziplinäre Projektarbeit) befanden.
Das war unsere gestalterische Abschlussprüfung, für welche wir drei Monate Zeit hatten (von Anfang Januar bis Anfang April 2015). Diese Zeit war für uns alle sehr strapaziös. Wir bekamen uns dadurch, dass wir immer Donnerstag und Freitag dafür freibekamen, sowieso nur noch halb so viel zu Gesicht. Und als ob wir nicht schon genug Stress gehabt hätten, mussten wir auch noch unser Atelier überraschend und vorzeitig räumen.
Das war für uns als Klasse wieder ein derber Schlag ins Gesicht. Denn das bedeutete nicht nur, dass uns der ganze Arbeitsplatz kurz vor dem Schlussspurt der IDPA weggenommen wurde und sich einige von uns umorganisieren mussten. Sondern auch, dass unser geliebter und für uns sehr wichtiger Mittagstisch damit auch aufgelöst werden würde. Ich habe uns seit dem nie mehr zusammen Mittagessen gesehen, obwohl wir uns sehr Mühe geben, diese Tradition fortzuführen. Dieser Platz war eben unersetzbar für uns.

 

Genickbruch überstanden

Aber dadurch liessen wir uns nicht unterkriegen – wir sind Krieger! 🙂
Trotz aller zusätzlicher Belastung gaben wir alle am 2. April unsere Arbeiten pünktlich ab. Die Abgabe musste natürlich ordentlich gefeiert werden. Wir stiessen bei feinem italienischen Essen mit einem guten Glas Rotwein an – angesichts unseres Kontostandes mussten wir uns mit dem Billigsten zufrieden geben. 😉
Ich will noch nicht zu viel verraten, denn für alle Interessierten stellen wir unsere Arbeiten im BBZ Olten aus. Die Ausstellung findet vom 24.4. – 24.6.2015 statt. Wir freuen uns über euren Besuch.

 

Der Stress geht weiter

Nun könnte man meinen, wir hätten den stressigsten Abschnitt hinter uns. Leider ist dieser noch nicht ganz das Ende. Unsere Nerven wurden zwar nicht zu knapp geprüft aber in 2 Monaten werden wir an unseren schriftlichen und mündlichen Prüfungen auch noch auf Herz und Niere abgecheckt.
Ich bin guten Mutes, dass unsere Klasse auch noch diese Hürde gemeinsam meistern wird. Wir freuen uns jedenfalls auf die Welt da draussen, die gewonnene Freiheit und Freizeit, welche wir mit dem Abschluss dieser Prüfungen kennenlernen dürfen.

 

Nahe Zukunft

Dieses Jahr war genauso wunderschön wie anstrengend.
Wir werden nebst unserer Abschlussfeier auch noch eine Abschlussreise organisieren, wo wir zusammen bestimmt eine noch intensivere Zeit als vor knapp einem Jahr in Varazze erleben werden. Es ist noch nicht klar, wohin wir verreisen, aber ich bin bereit für Staffel 2 von Varazze.

VARAZZE - RELAODED Wer ist alles dabei? :D
VARAZZE RELAODED
Wer ist alles dabei?

 

 Trauriger Abschied

Nichts desto trotz, der Abschied kommt immer näher (knappe zwei Monate noch) und ich fürchte mich jetzt schon davor. Auch wenn ich mir sicher bin, dass es nicht ein «Tschüss und auf nimmer wiedersehen!» sein wird, sind Abschiede nie schön.

 

Dankbarkeit

An dieser Stelle möchte ich mich jetzt schon für die Unterstützung von Fabian und Thomas auf ganzer Strecke bedanken. Sie haben uns nicht nur auf all unseren Höhen und Tiefen begleitet, sondern auch mit uns mitgefühlt.
Auch bei all meinen Klassenkameraden möchte ich mich für alles bedanken was wir zusammen erlebt haben. Es war bis jetzt eine wundervolle Zeit mit euch und das wird es auch bis zum Schluss sein. Und wer weiss, vielleicht sogar noch über die BM hinaus, ich würde mich freuen!